DLRG zÀhlt 320 Tote bei WasserunfÀllen seit Jahresbeginn
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat seit Jahresbeginn 320 tödliche WasserunfÀlle verzeichnet. WÀhrend der Badesaison zwischen Anfang Mai und dem Ende der Sommerferien ertranken 248 Menschen und damit zwölf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Juni erreicht neuen Höchstwert
Besonders viele TodesfĂ€lle registrierte die DLRG im Juni: Mindestens 101 Menschen kamen in diesem Monat ums Leben. Als GrĂŒnde nannte die Organisation lang anhaltende hohe Temperaturen und den damit verbundenen stĂ€rkeren Andrang an den GewĂ€ssern.
Auf die unfallreichsten Monate Mai bis August entfielen rund 43 Prozent der TodesfĂ€lle auf den Juni. Damit wurde fĂŒr den ersten Sommermonat ein neuer Höchstwert erreicht.
Junge MÀnner besonders gefÀhrdet
Seit Jahresbeginn ertranken mindestens 88 Menschen im Alter zwischen elf und 30 Jahren. Das sind 15 TodesfĂ€lle mehr als im gesamten Vorjahr. Mehr als 90 Prozent der Opfer in dieser Altersgruppe waren mĂ€nnlich; die DLRG fĂŒhrt dies hĂ€ufig auf vermeidbare Risiken zurĂŒck.
Bei Senioren ging die Zahl dagegen deutlich zurĂŒck. Unter den Opfern bekannten Alters waren 84 Menschen Ă€lter als 60 Jahre, 24 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Seen und Teiche bleiben hÀufigste Unfallorte
Die meisten tödlichen UnfĂ€lle ereigneten sich in Seen und Teichen. Dort wurden 146 TodesfĂ€lle registriert, vier mehr als im Vorjahreszeitraum. In FlĂŒssen und BĂ€chen sank die Zahl dagegen von 120 auf 103.
Mehr TodesfĂ€lle gab es auĂerdem in KanĂ€len sowie im Meer und in SchwimmbĂ€dern. In Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und Rheinland-Pfalz stiegen die Zahlen entgegen dem Bundestrend. Die meisten TodesfĂ€lle in absoluten Zahlen verzeichnete Bayern mit 61 Opfern bis zum Ende der Sommerferien; im Vorjahreszeitraum waren es dort 73.
Insgesamt starben 24 Menschen bei UnfÀllen mit Booten oder WassersportgerÀten wie Kajaks und SUP-Boards.
Die DLRG-Zahlen zeigen, dass sich die tödlichen WasserunfĂ€lle nicht gleichmĂ€Ăig ĂŒber das Jahr verteilen. Der Schwerpunkt liegt in den warmen Monaten, wenn deutlich mehr Menschen an Seen, Teichen, FlĂŒssen und an der KĂŒste baden oder Wassersport treiben. Der besonders hohe Wert im Juni fĂ€llt dabei mit einer langen Hitzephase und einer stĂ€rkeren Nutzung unbewachter GewĂ€sser zusammen.
Besonders auffĂ€llig ist die Entwicklung bei den 11- bis 30-JĂ€hrigen. Der hohe MĂ€nneranteil verweist auf ein bekanntes Risikomuster: Junge Erwachsene ĂŒberschĂ€tzen hĂ€ufiger ihre körperliche LeistungsfĂ€higkeit, unterschĂ€tzen Strömungen oder gehen nach Alkohol- oder Drogenkonsum ins Wasser. Auch SprĂŒnge von BrĂŒcken, das Schwimmen in unbekannten GewĂ€ssern und das Fahren ohne ausreichende SicherheitsausrĂŒstung können UnfĂ€lle verschĂ€rfen.
GewÀsser und regionale Unterschiede
Seen und Teiche bleiben der wichtigste Unfallort. Dort sind Gefahren wie wechselnde Wassertiefen, kalte Strömungen und fehlende Aufsicht fĂŒr Badende oft schwer einzuschĂ€tzen. FlĂŒsse wirken durch niedrigere WasserstĂ€nde nicht automatisch sicherer; Strömungen, Wehre und Uferkanten können auch bei ruhiger OberflĂ€che lebensgefĂ€hrlich sein.
FĂŒr die kommenden Monate bleibt die PrĂ€vention relevant, weil viele GewĂ€sser auch auĂerhalb der klassischen Badesaison genutzt werden. Die Statistik macht zudem deutlich, dass SchutzmaĂnahmen nicht nur Kinder und Senioren betreffen: Die stark gestiegene Zahl junger Opfer richtet den Blick auf riskantes Verhalten beim Baden und bei AktivitĂ€ten mit Kajak oder SUP-Board.
