Bremen, Deutschland

Innenminister wollen bei Drohnenabwehr eng zusammenarbeiten

04.12.2025 - 12:05:26

Drohnensichtungen an FlughĂ€fen und anderen wichtigen Einrichtungen nehmen zu – jetzt ziehen Bund und LĂ€nder an einem Strang. Warum schnelle Entscheidungen bei Gefahr so wichtig sind.

Um unerlaubt fliegende Drohnen in Zukunft besser bekÀmpfen zu können, wollen die Innenminister von Bund und LÀndern (IMK) ein Drohnenabwehrzentrum einrichten, das in knapp zwei Wochen eröffnet werden soll. 

Eine neu gegrĂŒndete Bundespolizei-Einheit, die darauf spezialisiert ist, unbemanntes FluggerĂ€t unschĂ€dlich zu machen, fĂŒhrte den Teilnehmern der IMK-Herbstkonferenz in Bremen in einem Park vor, wie das mit ihrem GerĂ€t in der Praxis funktioniert. Mehrere Landesminister berichteten von den bei ihren Polizeien bereits vorhandenen FĂ€higkeiten zur Drohnenabwehr.

Drohnenabwehrzentrum soll bald Betrieb aufnehmen

Aus dem Kreis der Innenminister war zu hören, man habe fĂŒr die geplante Zusammenarbeit in dem Drohnenabwehrzentrum einen tragfĂ€higen Kompromiss gefunden. Dabei geht es einerseits darum, ein gemeinsames Lagebild zu erstellen und allen Beteiligten zugĂ€nglich zu machen. 

Andererseits muss dann, wenn «unkooperative Drohnen» gesichtet werden, bei denen Spionage, Sabotage oder gar ein Angriff auf Menschen zu befĂŒrchten ist, schnell entschieden werden, wer sich darum kĂŒmmert: die Landespolizei, die Bundespolizei oder die Bundeswehr. 

Auch die zivile LuftraumĂŒberwachung mĂŒsse dort eingebunden sein, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD).

FlughÀfen und Kasernen im Blick

Im Fokus stehen bei der Drohnenabwehr vor allem FlughÀfen, Bundeswehr-Standorte und Energieversorger. Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland haben nach Angaben der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zugenommen. Grote betonte jedoch: «Wir werden nicht neben jedes Kraftwerk, neben jede Hafenanlage eine Polizeieinheit stellen.» 

Flughafenverband hofft auf weniger Störungen des Flugbetriebes

Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Flughafenverbands, Ralph Beisel, sieht in den PlĂ€nen fĂŒr das gemeinsame Zentrum einen wichtigen Schritt hin zu einer «zentralen, effizienten und einsatzsicheren Koordination in Drohnenlagen». Die neuen Systeme ermöglichten eine frĂŒhzeitige und zuverlĂ€ssige Erkennung illegaler DrohnenaktivitĂ€ten. «Mit einem besseren Lagebild ĂŒber Art, HĂ€ufigkeit und Flugprofile wĂ€chst zugleich die Erwartung der FlughĂ€fen, dass EinschrĂ€nkungen des Flugbetriebes kĂŒnftig deutlich reduziert werden können.»

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, nicht jede Drohne stelle automatisch eine Bedrohung dar. Gleichzeitig sei fĂŒr ihn klar: «Wer uns bedroht, der muss damit rechnen, dass wir uns zur Wehr setzen.» Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeshauptstadt habe zur Drohnenabwehr bereits fĂŒr die Sicherheit bei der Fußball-EM 2024 KapazitĂ€ten aufgebaut.

Strittige Themen bei der Innenministerkonferenz

Weniger Einigkeit herrscht unter den noch bis Freitag in Bremen versammelten Ministern, was Maßnahmen gegen Gewalt bei Fußballspielen angeht. Besprochen werden mĂŒssen auch die Folgen der Reform des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylsystems fĂŒr die LĂ€nder. Das betrifft vor allem BundeslĂ€nder mit internationalen FlughĂ€fen, an denen es AsylprĂŒfungen fĂŒr Menschen aus Staaten mit geringer Anerkennungsquote geben soll.

@ dpa.de