Offener, Brief

Offener Brief von Meta, Ericsson & Co.: Durch fragmentierte Regulierung lÀuft die EU Gefahr, den Anschluss an das KI-Zeitalter zu verpassen

19.09.2024 - 09:30:25

DĂŒsseldorf - Börje Ekholm, PrĂ€sident und CEO des fĂŒhrenden 5G- und MobilfunkausrĂŒsters Ericsson, unterzeichnete heute zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Technologie einen offenen Brief, in dem er die politischen EntscheidungstrĂ€ger und Regulierungsbehörden zum Handeln und zur Förderung der KI-Entwicklung in Europa auffordert.

Offener Brief an die EuropÀische Union

Wir sind eine Gruppe von Unternehmen, Forschern und Institutionen, die in Europa fest verankert sind und fĂŒr Hunderte von Millionen EuropĂ€ern arbeiten. Wir möchten den Erfolg und das Wachstum Europas, auch auf dem Gebiet der KI-Spitzenforschung und -Technologie fördern. Doch die RealitĂ€t ist eine andere: Europa ist im Vergleich zu anderen Regionen weniger wettbewerbsfĂ€hig und weniger innovativ geworden. Europa lĂ€uft nun Gefahr, im Zeitalter der KI aufgrund uneinheitlicher regulatorischer Entscheidungen weiter zurĂŒckzufallen.

Ohne eine einheitliche Regelung wird die EU zwei Eckpfeiler der KI-Innovation vernachlĂ€ssigen. Der erste ist die Entwicklung offener Modelle, die jedem kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt werden, um sie zu nutzen, zu verĂ€ndern und weiterzuentwickeln und so den Nutzen zu vervielfachen und soziale und wirtschaftliche Chancen zu verbreiten. Offene Modelle stĂ€rken die SouverĂ€nitĂ€t und die Kontrolle, indem sie es Organisationen ermöglichen, die Modelle herunterzuladen und zu verfeinern, wo immer sie wollen, so dass sie ihre Daten nicht mehr an externe Stellen ĂŒbermitteln mĂŒssen. Das zweite sind die neuesten multimodalen Modelle, die mit Text, Bildern und Sprache arbeiten und den nĂ€chsten Entwicklungssprung in der KI ermöglichen werden. Der Unterschied zwischen textbasierten und multimodalen Modellen ist vergleichbar mit dem Unterschied, zwischen nur einem und allen fĂŒnf Sinnen zu haben.

Offene Modelle aus der EU - textbasiert oder multimodal - können die ProduktivitĂ€t steigern, die wissenschaftliche Forschung vorantreiben und die europĂ€ische Wirtschaft um Hunderte von Milliarden Euro bereichern. Öffentliche Einrichtungen und Forschung nutzen diese Modelle bereits, um die medizinische Forschung zu beschleunigen und Sprachen zu bewahren, wĂ€hrend etablierte Unternehmen und Start-ups Zugang zu Tools erhalten, die sie selbst niemals entwickeln oder sich leisten könnten. Ohne diese Modelle wird die Entwicklung der KI anderswo stattfinden - und den EuropĂ€ern die technologischen Fortschritte vorenthalten, die in den USA, China und Indien erzielt werden. Forschungen gehen davon aus, dass generative KI das weltweite BIP in den kommenden zehn Jahren um 10 Prozent steigern könnte und dieses Wachstum sollte den EU-BĂŒrgern nicht vorenthalten werden.

Die FĂ€higkeit der EU, im Bereich von KI mit anderen Regionen zu konkurrieren und die Vorteile von Open-Source-Modellen zu nutzen, beruht auf ihrem Binnenmarkt und einem gemeinsamen Regulierungsrahmen. Wenn Unternehmen und Institutionen zweistellige MilliardenbetrĂ€ge in den Aufbau generativer KI fĂŒr die europĂ€ischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger investieren wollen, benötigen sie klare und konsequent angewandte Richtlinien, die die Nutzung europĂ€ischer Daten ermöglichen. Doch in letzter Zeit ist die regulatorische Entscheidungsfindung uneinheitlich und unvorhersehbar geworden, wĂ€hrend die Eingriffe der europĂ€ischen Datenschutzbehörden zu großer Unsicherheit darĂŒber gefĂŒhrt haben, welche Arten von Daten zum Trainieren von KI-Modellen verwendet werden können. Das bedeutet, dass die nĂ€chste Generation von Open-Source-KI-Modellen und von Produkten und Dienstleistungen, die wir darauf aufbauen, europĂ€isches Wissen, Kultur oder Sprachen nicht verstehen oder widerspiegeln wird.

Europa steht vor einer Entscheidung, die die Region fĂŒr Jahrzehnte beeinflussen wird. Die EU kann sich dafĂŒr entscheiden, den Grundsatz der Harmonisierung zu bekrĂ€ftigen, der in Rechtsrahmen wie der Datenschutzgrundverordnung verankert ist und eine moderne Auslegung der Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung anbieten, die die ihr zugrunde liegenden Werte respektiert, damit KI-Innovationen hier in gleichem Umfang und Tempo wie anderswo stattfinden. Oder sie kann sich weiterhin dem Fortschritt verweigern, den Ambitionen des Binnenmarktes widersprechen und dabei zusehen, wie der Rest der Welt Technologien entwickelt, zu denen die EuropĂ€er keinen Zugang mehr haben werden.

Wir hoffen, dass die europĂ€ischen politischen EntscheidungstrĂ€ger und Regulierungsbehörden erkennen, was auf dem Spiel steht, wenn es keinen Kurswechsel gĂ€be. Europa kann es sich nicht leisten, sich die weitreichenden Vorteile verantwortungsvoll entwickelter offener KI-Technologien entgehen zu lassen, die das Wirtschaftswachstum beschleunigen und Fortschritte in der wissenschaftlichen Forschung freisetzen werden. DafĂŒr brauchen wir harmonisierte, kohĂ€rente, schnelle und klare Entscheidungen im Rahmen der EU-Datenschutzvorschriften, die es ermöglichen, dass europĂ€ische Daten fĂŒr KI-Trainings zum Nutzen der EuropĂ€er verwendet werden können. Entschlossenes Handeln ist erforderlich, um die KreativitĂ€t, den Erfindergeist und den Unternehmergeist zu fördern, die den Wohlstand, das Wachstum und die technische FĂŒhrungsrolle Europas gewĂ€hrleisten werden.

Die Originalmeldung in englischer Sprache finden Sie hier: https://ots.de/jHRFkL

Über Ericsson

Die leistungsstarken, programmierbaren Mobilfunknetze von Ericsson bieten tĂ€glich KonnektivitĂ€t fĂŒr Milliarden von Menschen. Seit fast 150 Jahren sind wir Pioniere bei der Entwicklung von Kommunikationstechnologien. Wir bieten Mobilfunk- und KonnektivitĂ€tslösungen fĂŒr Netzbetreiber und Unternehmen an. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern lassen wir die digitale Welt von morgen Wirklichkeit werden.

Das 1876 gegrĂŒndete Unternehmen beschĂ€ftigt weltweit zirka 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und arbeitet mit Kunden in rund 180 LĂ€ndern zusammen. 2023 erwirtschaftete Ericsson einen Umsatz von 263,4 Milliarden SEK. Ericsson ist an der NASDAQ in Stockholm und New York gelistet.

Ericsson hat ĂŒber mehrere Jahrzehnte einen fĂŒhrenden Beitrag zum 3rd Generation Partnership Project (3GPP) und zur Entwicklung globaler Mobilfunkstandards geleistet, von denen sowohl die Verbraucher:innen als auch die Unternehmen weltweit profitieren. Ericssons Patentportfolio umfasst mehr als 60.000 erteilte Patente und wird durch unsere fĂŒhrende Position als 5G-AusrĂŒster sowie jĂ€hrliche Investitionen von mehr als 4 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung gestĂ€rkt.

Ericsson ist an einem Großteil aller kommerziell eingefĂŒhrten 5G-Livenetze beteiligt. Zu den 162 durch Ericsson unterstĂŒtzten 5G-Livenetzen weltweit zĂ€hlen unter anderem auch Netze in Deutschland und der Schweiz. www.ericsson.com/5g

In Deutschland beschĂ€ftigt Ericsson rund 2.400 Mitarbeitende an 12 Standorten - darunter rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Der Hauptsitz ist DĂŒsseldorf.

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