Frühere AfD-Funktionsträger warnen vor einer Radikalisierung der Partei

05.02.2020 - 14:30:42 | ad-hoc-news.de

Ehemalige Parteimitglieder der AfD beklagen einen Rechtsruck und die interne Machtübernahme durch radikale Gruppierungen.

Journalisten bei der AfD - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Journalisten bei der AfD - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Die AfD ist mit einer Austrittswelle von Funktions- und Mandatsträgern konfrontiert, die eine zunehmende Radikalisierung der Inhalte und einen inhumanen innerparteilichen Umgang beklagen. Seit dem Jahr 2017 haben allein fünf Abgeordnete die Bundesfraktion der AfD verlassen. In den Landes- und Kommunalparlamenten, muss die Partei immer mehr Parteiaustritte und Amtsniederlegungen verzeichnen. Ein Artikel der Wochenzeitung „Die Zeit“ setzt sich aktuell mit den Motiven und Aussagen der Aussteiger auseinander. Das frühere Mitglied der AfD-Bundesfraktion, Uwe Kamann, äußert im „Zeit“-Interview erhebliche Bedenken gegenüber seinen ehemaligen Parteifreunden. Wenn diese Partei in die politische Verantwortung käme, würde ich das für sehr gefährlich halten, so Kamann. Noch sind in der Parteiführung auch Personen, die Argumenten zugänglich sind und versuchen eine vernünftige Politik zu machen. Aber die Mehrheit benutzt inzwischen das Image der Partei, um die eigenen fragwürdigen ideologischen Ziele umzusetzen. Neben diesen „Wölfen im Schafspelz“ hat sich ein Klima des Wegschauens entwickelt, das viele dazu bringt, sich mit der neuen ideologischen Ausrichtung zu arrangieren, fügt das frühere Mitglied des Bundesvorstands, Dirk Driesang, hinzu. Der ehemalige Vorsitzende der bayrischen Landtagsfraktion, Markus Plenk, geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter. Im Falle einer Machtübernahme durch die AfD, stellt sich für mich eindeutig die Frage, ob ich noch in diesem Land leben könnte, so Plenk. In den sieben Jahren ihres Bestehens, habe die Partei einen kontinuierlichen Prozess der Radikalisierung durchgemacht, für den der Vorsitzende der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, mit verantwortlich sei. Die parteiinterne Organisation „der Flügel“ unter Höcke, habe längst kritische Stimmen zum Verstummen gebracht und die Machtpositionen besetzt. Die Mittel zur Gleichschaltung der Partei Manipulation und Lüge. „Der Flügel“ setze seine Perspektive ohne Hemmungen mit allen Mitteln durch. Der parteiinterne Umgang mit Kritikern umfasst Drohungen, Beleidigungen und körperliche Übergriffe. Das ist schon kriminell, was hier abläuft, so Kamann. Den Weg in das rechtsradikale Lager, beschreibt auch der ehemalige Parteivorstand von Mecklenburg-Vorpommern, Lars Löwe. Wenn ich mir den Internet-Auftritt der Partei und die Inhalte der Diskussionsforen anschaue, weiß ich nicht mehr, ist das noch die AfD, oder ist das schon die NPD, so Löwe gegenüber der „Zeit“.
de | politik | 59799332 |

Weitere Meldungen

Gauck: Bundespräsidentin wäre folgerichtiges Signal Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich in der Diskussion um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine Frau im höchsten Staatsamt ausgesprochen.Er halte es "aus einem ganz praktischen Grund für absolut angezeigt, dass es eine Frau wird", sagte Gauck der "Welt am Sonntag". (Politik, 27.06.2026 - 13:28) weiterlesen...

Giffey wirft Merz fehlenden Stolz auf Deutschland vor Ex-Familienministerin Franziska Giffey (SPD) wirft Bundeskanzler Friedrich Merz fehlenden Stolz auf Deutschland vor. (Politik, 26.06.2026 - 00:09) weiterlesen...

WDH: Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank (In der Überschrift wurde der Vorspann "Politik" gestrichen)DANZIG - Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. (Boerse, 25.06.2026 - 22:54) weiterlesen...

APA Allianz Pensionsumfrage: Österreicher:innen sehen hohen... APA Allianz Pensionsumfrage: Österreicher:innen sehen hohen Reformbedarf, zweifeln aber an UmsetzungMünchen/Wien (APA-ots) - - Vier von fünf Österreicher:innen erachten eine Reform des Pensionssystem als notwendig - doch weniger als jede:r Zweite glaubt, dass die Politik hier handeln wird.- Eigenverantwortung und private Ersparnisse werden als wichtigster Baustein erachtet, um für das Alter vorzusorgen.- Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen glaubt, dass die gesetzliche Pension künftig den Großteil des Alterseinkommens ausmachen wird.84 % der Österreicher:innen sehen Reformbedarf für das heimische Sozial- und Pensionssystem, um dessen langfristige Tragfähigkeit zu sichern - so das Ergebnis einer internationalen Pensionsumfrage der Allianz Research unter insgesamt rund 8.000 Befragten in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und den USA. (Boerse, 25.06.2026 - 11:07) weiterlesen...

Weimer will Plattformen für Jugendschutz in die Pflicht nehmen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will die Plattbetreiber stärker in die Verantwortung für den Jugendschutz im Netz nehmen. (Politik, 25.06.2026 - 01:00) weiterlesen...

Kommunen fordern Milliarden-Einsparungen im Sozialbereich Die Kommunen fordern und erwarten vom Bund-Länder-Gipfel an diesem Donnerstag Beschlüsse zu Milliarden-Einsparungen im sozialen Bereich. (Politik, 25.06.2026 - 01:00) weiterlesen...