Breites, BĂŒndnis

Breites BĂŒndnis will Stopp der geplanten Cannabis-Legalisierung

08.12.2023 - 14:30:16

Ein breites BĂŒndnis aus Vertretern der Ärzteschaft, Lehrerschaft, Polizei und Wissenschaft appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dem Gesetzentwurf zur Cannabis-Legalisierung nicht zuzustimmen.

Am Freitagmittag ist ein Brief mit dem Titel "Aus Verantwortung fĂŒr unser Land - die geplante Cannabis-Legalisierung stoppen", ĂŒber den die "Welt" (Samstagausgabe) berichtet, an alle Bundestagsfraktionen verschickt worden. Initiator ist die BundesĂ€rztekammer, zu den Unterzeichnern gehören die Gewerkschaft der Polizei, der Bund Deutscher Kriminalbeamter, der Deutsche Lehrerverband, der Berufsverband fĂŒr LehrkrĂ€fte und PĂ€dagogen, die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin, der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte und diverse weitere Fachgesellschaften aus dem medizinischen Bereich.

"Der Bundestag wĂŒrde den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland einen großen Dienst erweisen, wenn er dieses Gesetz durchfallen lĂ€sst", sagte Klaus Reinhardt, PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, der Zeitung. "Die geplante Cannabis-Legalisierung ist kein Jugendschutz, sondern hochgradig verantwortungslos". Durch die Freigabe werde eine Droge verharmlost, die nachgewiesenermaßen abhĂ€ngig mache und zu schweren EntwicklungsschĂ€den fĂŒhren könne - gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. "Das ist kein ernstzunehmender Jugendschutz, sondern eine drogenpolitische BankrotterklĂ€rung." Der Brief an die Abgeordneten besteht aus fĂŒnf Hauptbotschaften. Erstens: "Eine Cannabislegalisierung steht im Widerspruch zur internationalen Erkenntnislage und gefĂ€hrdet die Gesundheit der jungen Generation", heißt es. Zudem werde der Kinder- und Jugendschutz nicht gestĂ€rkt. Drittens: "Das Cannabisgesetz fĂŒhrt nicht zu einer EindĂ€mmung des Schwarzmarkts." Die von der Bundesregierung vorgesehenen PlĂ€ne bergen demnach die Gefahr, dass dieser sogar gestĂ€rkt werde, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Viertens: "Das Cannabisgesetz wird nicht zur Entlastung von Justiz und Polizei beitragen." Stattdessen werde es zu einem Mehraufwand fĂŒr Ordnungsbehörden, Polizei, Strafverfolgung und Gerichte kommen. "Denn die kleinteilige Regelung fĂŒhrt zu einem hohen behördlichen Kontrollaufwand, zu zahlreichen neuen Streitfragen und zu vielen Verfahren vor den Gerichten", heißt es. Der letzte Punkt ist mit einer Bitte an die Abgeordneten verbunden: "Statt einer Legalisierung braucht Deutschland eine StĂ€rkung der cannabisbezogenen AufklĂ€rung und PrĂ€vention." So könne etwa die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung einen wertvollen Beitrag zur PrĂ€vention liefern. Insgesamt appelliere man an die Abgeordneten, sich noch einmal persönlich mit dem Thema zu befassen. "Bitte stimmen Sie dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht zu", fordern die Unterzeichner. Der Deutsche Richterbund schließt sich der Kritik an. "Die ĂŒberregulierten GesetzesplĂ€ne dĂŒrften ihr Ziel verfehlen, den Schwarzmarkt und die kriminelle Szene wirksam zurĂŒckzudrĂ€ngen oder gar auszutrocknen", sagte Sven Rebehn, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Richterbundes, der "Welt". "Es bleibt ein RĂ€tsel, warum die Ampel ausgerechnet jetzt, wo sie angesichts ihrer Haushaltsklemme BĂŒrokratie abbauen und Staatsausgaben straffen mĂŒsste, ein ausgewachsenes BĂŒrokratiemonster wie das Cannabisgesetz von der Kette lassen will."

@ dts-nachrichtenagentur.de