Stromkabel in der Ostsee wieder am Netz
20.06.2025 - 11:30:29Der Schaden an der Stromleitung Estlink 2 zwischen Estland und Finnland sei behoben, die Verbindung voll funktionsfĂ€hig und seit der Nacht zu Freitag wieder am Strommarkt verfĂŒgbar, teilte der estnische Netzbetreiber Elering mit.
Die Reparaturarbeiten mit Hilfe eines Spezialschiffs sind demnach reibungslos verlaufen und konnten vor dem ursprĂŒnglich festgelegten Termin abgeschlossen werden. Dabei sei der beschĂ€digte Abschnitt der 170 Kilometer langen Verbindungsleitung entfernt und durch ein etwa ein Kilometer langes Ersatzkabel ersetzt worden, das mit den vorhandenen unbeschĂ€digten Kabelabschnitten verbunden wurde.
BeschÀdigung an Weihnachten
Estlink 2 war am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 durch einen Schiffsanker beschÀdigt worden. Auch an mehreren Kommunikationskabeln wurden damals SchÀden festgestellt. Daraufhin setzten die finnischen Behörden den Tanker "Eagle S" fest, der das Kabel zum entsprechenden Zeitpunkt passiert hatte. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass die Crew des Schiffs die SchÀden vorsÀtzlich verursachte, indem der spÀter auf dem Grund der Ostsee entdeckte und geborgene Anker am Meeresgrund hinter dem Tanker hergezogen wurde.
Die finnische Kriminalpolizei hat ihre Untersuchungen zu den KabelschĂ€den mittlerweile abgeschlossen. Sie verdĂ€chtigt drei fĂŒhrende Besatzungsmitglieder der "Eagle S" der schweren Sabotage und groben Störung des Post- und Telekommunikationsverkehrs. Gegen sie wurde ein Reiseverbot verhĂ€ngt. Unter ihnen ist auch der KapitĂ€n. Die finnische Staatsanwaltschaft soll nach Polizeiangaben nun prĂŒfen, ob sie Anklage erhebt. Der Tanker selbst wurde bereits Anfang MĂ€rz von den Behörden freigegeben, woraufhin er die finnischen HoheitsgewĂ€sser wieder verlassen durfte.
Die "Eagle S", die damals unter der Flagge der Cookinseln fuhr, gehört nach EinschÀtzung der EU zur russischen Schattenflotte und ist inzwischen mit EU-Sanktionen belegt. Gemeint sind damit Tanker und andere Frachtschiffe, die Russland benutzt, um Sanktionen infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine zu umgehen.

