Kanzleramt verschickt geheime Dokumente weiter per Rohrpost
11.01.2024 - 13:13:17 | dpa.de
Das Kanzleramt will bestimmte geheime Dokumente weiter innerhalb des Hauses per Rohrpost verschicken. «Dabei handelt es sich in der Regel um eilige VorgĂ€nge, die nicht elektronisch oder per Hausbotendienst weitergeleitet werden können, zum Beispiel weil sie der Geheimhaltung unterliegen oder im Original unterschrieben werden mĂŒssen», teilte ein Regierungssprecher auf eine Anfrage der «SĂŒddeutschen Zeitung» mit. «Eine Ablösung des Systems ist wegen der beschriebenen Vorteile derzeit nicht vorgesehen.»
Die Rohrpost wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Dabei werden zylinderförmige BehĂ€lter mit Dokumenten oder anderen GegenstĂ€nden per Druckluft durch ein Rohrsystem zum EmpfĂ€nger katapultiert. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in GroĂstĂ€dten teils Hunderte Kilometer lange Netze.
Das Transportmittel hĂ€lt sich aber auch im Internetzeitalter noch. 2001 wurde ein Rohrpostsystem mit zwei Linien, 1300 Metern LĂ€nge und 36 Stationen in das neue Berliner Kanzleramt integriert. Seitdem sei es «uneingeschrĂ€nkt in Nutzung», teilte der Regierungssprecher mit. Pro Monat wĂŒrden damit etwa 1000 Sendungen bewegt. Die Kosten fĂŒr den Betrieb gibt das Kanzleramt mit 15.000 Euro jĂ€hrlich an.
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