Finnisches, Schiff

Finnisches Schiff bei beschÀdigtem Datenkabel eingetroffen

24.11.2024 - 14:35:13

Ein Schiff der finnischen KĂŒstenwache ist bei der beschĂ€digten Stelle des unterseeischen Datenkabels C-Lion1 zwischen Deutschland und Finnland angekommen.

Das Schiff "Turva", leiste der schwedischen KĂŒstenwache Hilfe und unterstĂŒtze die Unterwasser-Untersuchungen in der sĂŒdlichen Ostsee, teilte die finnische KĂŒstenwache mit. Auch das Schiff "Bamberg" der deutschen Bundespolizei sei vor Ort.

C-Lion1 sowie ein weiteres Kabel, das zwischen Schweden und Litauen verlÀuft, waren vor etwa einer Woche in kurzen AbstÀnden beschÀdigt worden. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte rasch von Sabotage gesprochen. Auch die schwedischen Ermittler gehen dem Verdacht der Sabotage nach.

Deutsches Schiff ebenfalls vor Ort

Berichten zufolge ist ein chinesischer Frachter namens "Yi Peng 3" ins Zentrum des Interesses der Ermittler gerĂŒckt. Auf dem Weg aus einem russischen Ölhafen soll das Schiff zu den Zeitpunkten der BeschĂ€digungen in der NĂ€he der betroffenen Stellen unterwegs gewesen sein. Es liegt inzwischen im Kattegat zwischen DĂ€nemark und Schweden vor Anker.

Ob der Frachter von der dĂ€nischen Marine festgesetzt worden ist, ist noch unklar. Das dĂ€nische Verteidigungskommando teilte dazu lediglich mit, dass man in der NĂ€he der "Yi Peng 3" prĂ€sent sei. Auch die schwedische KĂŒstenwache bestĂ€tigte am Wochenende, dass sich eines ihrer Schiffe in der NĂ€he befinde. Das deutsche Schiff "Bad DĂŒben" war einer Schiffsradar-Webseite zufolge ebenfalls vor Ort.

Alles weist laut Sicherheitsexperten auf die "Yi Peng 3" hin

Offiziell wurden bislang keine konkreten VorwĂŒrfe gegen die "Yi Peng 3" erhoben. Dem dĂ€nischen Sicherheitsexperten Jacob Kaarsbo zufolge weist aber alles darauf hin, dass das chinesische Schiff fĂŒr die SchĂ€den verantwortlich ist. Es sei aus einem russischen Hafen gekommen und habe seine Fahrt an den Stellen der BeschĂ€digungen verlangsamt, sagte er laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Er gehe davon aus, dass die dÀnischen Behörden erwÀgen, an Bord zu gehen, so Kaarsbo weiter. Dass China hinter einer Sabotage stecke, glaubt er aber nicht. Wahrscheinlicher sei, dass Russland das Schiff geleast habe.

Kabel kreuzen sich östlich von Gotland

C-Lion1 ist eine 1.173 Kilometer lange "Datenautobahn" am Meeresgrund, die Mitteleuropa und Rechenzentren in Nordeuropa verbindet. Das Kabel wurde 2016 in Betrieb genommen. Der Betreiberfirma Cinia zufolge sollten die Reparaturarbeiten spĂ€testens am Montag beginnen. Mit einer Fertigstellung der Arbeiten werde bis Ende November gerechnet, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

BeschÀdigt wurde zudem das Arelion-Kommunikationskabel zwischen der schwedischen Insel Gotland und Litauen. Dieses Kabel soll bereits recht alt sein und in der Vergangenheit AusfÀlle erlebt haben, die normalerweise mit Fehlern bei der Schifffahrt zusammenhingen. VerdÀchtig ist diesmal jedoch unter anderem, dass sich dieses Kabel und C-Lion1 östlich von Gotland an einem Punkt kreuzen.

@ dpa.de