Mutter von Kremlkritiker in Klinik - Ermittlungen dauern an
18.12.2024 - 11:05:05Nach der Krankenhauseinweisung der Mutter des russischen Oppositionellen Wladimir Kara-Mursa ermittelt die Polizei nach Angaben eines Sprechers weiter. Es wird wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Die Frau habe in einer Klinik den Verdacht geĂ€uĂert, vergiftet worden zu sein, wie die Behörde am Dienstag auf der Plattform X mitgeteilt hatte. AnschlieĂend sei sie auf die Isolierstation der CharitĂ© verlegt worden.
Der russische Kremlkritiker Kara-Mursa hatte bestÀtigt, dass seine Mutter in der Berliner Charité behandelt wird. Der Verdacht auf eine Vergiftung und einen Herzinfarkt habe sich aber nicht bestÀtigt, schrieb Kara-Mursa am Dienstagabend gegen 19 Uhr auf Telegram und X.
Diagnose kommt vermutlich nicht aus Charité
Diese Diagnose wurde aber offenbar nicht in der CharitĂ© gestellt. Der Sprecher der CharitĂ©, Markus Heggen, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass «eine Person» erst gegen 20 Uhr auf der Sonderisolierstation der CharitĂ© aufgenommen wurde. Die Person werde dort umfassend untersucht. Zur IdentitĂ€t der Person wollte er sich nicht Ă€uĂern.
Auf X teilte die CharitĂ© mit, sie unterhalte im Auftrag der LĂ€nder Berlin und Brandenburg Deutschlands gröĂte Sonderisolierstation, die auf die Behandlung von Erkrankten mit hochansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionen spezialisiert sei. «Die Sonderisolierstation der CharitĂ© ermöglicht eine optimale medizinische Versorgung unter höchsten Isolationsbedingungen auch bei Kontaminationen mit nicht-biologischen Gefahrstoffen.»
Sohn hat bereits GiftanschlĂ€ge ĂŒberlebt
Der «Tagesspiegel» berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, es habe zunĂ€chst ein Verdacht auf Vergiftung mit dem Nervengift Nowitschok bestanden. Heggen wollte sich dazu nicht Ă€uĂern.Â
Kara-Mursa gehört zu den prominentesten russischen Oppositionellen. Er war dort im April 2023 unter dem Vorwurf des Hochverrats zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt worden, im August dieses Jahres aber bei einem Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen freigekommen und aus Russland ausgeflogen worden. Der heute 42-JĂ€hrige hat bereits zwei GiftanschlĂ€ge ĂŒberlebt.


