Iranische, Aktivistin

Iranische Aktivistin kritisiert AuswÀrtiges Amt

01.12.2023 - 00:53:16

Eine iranische Aktivistin sagt ein Treffen im AuswÀrtigen Amt ab. Ihr Vorwurf: Versuchte Zensur. Das lÀsst die Bundesregierung nicht auf sich sitzen.

  • «Nach meiner Erfahrung sind vertrauliche GesprĂ€che substanzieller», sagt die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg. - Foto: Demy Becker/dpa

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  • Aktivistin Masih Alinejad wirft dem AuswĂ€rtigen Amt Zensur vor. - Foto: Mary Altaffer/AP/dpa

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«Nach meiner Erfahrung sind vertrauliche GesprÀche substanzieller», sagt die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg. - Foto: Demy Becker/dpaAktivistin Masih Alinejad wirft dem AuswÀrtigen Amt Zensur vor. - Foto: Mary Altaffer/AP/dpa

Eine Aktivistin der iranischen Exil-Opposition hat ein Treffen im AuswĂ€rtigen Amt platzen lassen und der Bundesregierung versuchte Zensur vorgeworfen. Ihr sei gesagt worden, dass das Treffen geheim gehalten werden sollte und sie es nicht in den Medien oder auf sozialen Medien erwĂ€hnen solle, schrieb Masih Alinejad auf der Plattform X (frĂŒher Twitter).

Die deutsche Regierung helfe der Islamischen Republik Iran, Dissidenten zum Schweigen zu bringen. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg, reagierte irritiert. Vor dem geplanten Treffen sei Vertraulichkeit vereinbart worden, beide Seiten hÀtten dem zugestimmt, erklÀrte sie auf X.

«Ich hatte mich heute auf einen offenen und ehrlichen Austausch mit Masih Alinejad gefreut», schrieb die GrĂŒnen-Politikerin, deshalb habe sie diese ins Außenministerium eingeladen. «Nach meiner Erfahrung sind vertrauliche GesprĂ€che substanzieller», erklĂ€rte sie weiter. Sie bedauere, dass Alinejad eine Veröffentlichung des Inhalts des Treffens zur Bedingung gemacht habe.

«Ich bin eine Frauenrechtsaktivistin und ich stehe fĂŒr Transparenz», schrieb Alinejad. «Wie ironisch, dass die deutsche Regierung mit ihrer feministischen Außenpolitik sich mit anderen Feministinnen treffen will, aber nur im Geheimen.» Sie habe das Treffen mit der deutschen Regierung platzen lassen, «weil sie versucht hat, mich zu zensieren».

Kritik von Röttgen

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen kritisierte das Ministerium: «WĂ€hrend diese Frau mutig genug ist, es mit dem Islamischen Regime Iran aufzunehmen, ist das AuswĂ€rtige Amt zu feige, sich öffentlich mit ihr zu zeigen», schrieb er auf Twitter. Dies sei beschĂ€mend. «Die Menschen im Iran wollen Freiheit. Sie möchten das Regime loswerden. Das Mindeste, was wir tun mĂŒssen, ist, ihnen zuzuhören und den Mullahs das Leben so schwer wie möglich zu machen.»

Die Frauenrechtlerin Alinejad ist eine bekannte Stimme der iranischen Exil-Opposition. Beispielsweise gehörte sie zu den Unterzeichnern einer im MĂ€rz veröffentlichten Charta fĂŒr einen demokratischen Iran. Bei ihrem Berlin-Besuch traf sie mehrere deutsche Politiker, darunter Röttgen und am Mittwoch Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. «Wir sprachen ĂŒber universelle Menschenrechte, Islamismus in & falsche Toleranz unter Progressiven», erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker auf X.

@ dpa.de