CDU, Linke

Viele UnionsanhĂ€nger fĂŒr GesprĂ€che CDU / Linke im Osten

14.07.2023 - 14:48:47

Eine Koalition mit den Linken hat die CDU per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen. Doch die Zeiten Ă€ndern sich - vor allem in den Ost-LĂ€ndern. Immer mehr UnionsanhĂ€nger zeigen sich offen fĂŒr GesprĂ€che.

Die HĂ€lfte der UnionsanhĂ€nger ist laut einer Umfrage offen fĂŒr GesprĂ€che der Partei mit den Linken ĂŒber mögliche Regierungskoalitionen in den Ost-LĂ€ndern. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-«Politbarometer» fĂ€nden dies 60 Prozent aller Befragten und 50 Prozent der UnionsanhĂ€nger gut. Insgesamt 34 Prozent und 47 Prozent im Lager der UnionsanhĂ€nger lehnen solche GesprĂ€che ab.

Die CDU hat eine solche Kooperation 2018 per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen: «Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und Ă€hnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative fĂŒr Deutschland ab.»

Besonders in ThĂŒringen gelten die politischen VerhĂ€ltnisse wegen der StĂ€rke von AfD und Linken aber als kompliziert. Schon die Landtagswahl 2019 brachte ein Ergebnis, mit dem keine politisch denkbaren Koalitionen mit eigener Mehrheit möglich waren. Der linke MinisterprĂ€sident Bodo Ramelow fĂŒhrt daher eine rot-rot-grĂŒne Minderheitsregierung, die in der Regel auf Stimmen aus der Opposition angewiesen ist - meist aus der CDU. Auch in jĂŒngsten Umfragen wĂ€re eine Regierungsbildung ohne Linke oder AfD nicht möglich.

In ThĂŒringens CDU waren zuletzt etliche Stimmen laut geworden, die sogenannte Brandmauer nach links zu ĂŒberdenken oder eine Entscheidung den LandesverbĂ€nden selbst zu ĂŒberlassen. Der frĂŒhere ThĂŒringer CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring beklagte, dass der Unvereinbarkeitsbeschluss inzwischen auf eine andere Lebenswirklichkeit treffe. Er plĂ€dierte dafĂŒr, dass die CDU-LandesverbĂ€nde per Landesparteitagsbeschluss selbst ĂŒber ihren Umgang mit den Linken entscheiden sollen. In ThĂŒringen soll regulĂ€r im Herbst 2024 ein neuer Landtag gewĂ€hlt werden.

@ dpa.de