Eintracht Frankfurt holt in Paderborn dank Burkardt 2:2
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 17:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBurkardts Treffer und Paderborns Führung
- Jonathan Burkardt traf für Frankfurt in der 23. Minute und in der dritten Minute der Nachspielzeit.
- Raphael Obermair erzielte in der 45. Minute den Ausgleich für den SC Paderborn.
- Marvin Pieringer brachte Paderborn in der 73. Minute per Foulelfmeter mit 2:1 in Führung.
Ein Hackentor von Jonathan Burkardt hat Eintracht Frankfurt in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Punkt beim SC Paderborn gerettet. Die Partie endete 2:2, wurde aber von einem Notarzteinsatz im Frankfurter Gästeblock und dem Verzicht beider Fanlager auf lautstarke Unterstützung überschattet.
Frankfurt gleicht spät in Unterzahl aus
Burkardt hatte Frankfurt bereits in der 23. Minute in Führung gebracht. Raphael Obermair glich in der 45. Minute aus, Marvin Pieringer verwandelte in der 73. Minute einen Foulelfmeter zur Paderborner Führung.
Die Eintracht musste den Schlussabschnitt mit zehn Spielern bestreiten, nachdem Elias Baum in der 75. Minute Gelb-Rot gesehen hatte. Trotzdem drängte Frankfurt weiter auf den Ausgleich.
Torwart liefert die entscheidende Vorlage
Nach einem Eckball gab Frankfurts Torwart Noah Atubolu die Vorlage per Kopf. Burkardt hielt im Strafraum die Hacke hin und lenkte den Ball zum 2:2 ins Tor.
Der Treffer kam einen Tag nach der Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klopp, Burkardt nicht für die deutsche Nationalmannschaft zu nominieren. Stattdessen wurde sein Frankfurter Sturmkollege Younes Ebnoutalib berufen, der in Paderborn zunächst auf der Bank saß.
Notfall im Frankfurter Gästeblock
Auslöser für den Notarzteinsatz war ein Frankfurter Anhänger, der im Gästeblock nach unten stürzte und sich am Kopf verletzte. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
Rund 15.000 Zuschauer in der Home Deluxe Arena blieben zeitweise völlig still. Der Paderborner Stadionsprecher bat darum, den Stimmungsbogen gesenkt zu lassen, und beide Fangruppen verzichteten während der 90 Minuten auf lautstarke Unterstützung.
Paderborn verpasst den Heimsieg
Der Aufsteiger setzte Frankfurt mit intensivem Pressing unter Druck und hatte nach dem Rückstand mehrere Chancen. Die Eintracht traf durch Fares Chaibi nur den Pfosten, während Paderborn durch Ruben Müller eine große Möglichkeit zum 2:1 vergab.
Frankfurts Trainer Adi Hütter wechselte in der 64. Minute Younes Ebnoutalib und das 16 Jahre alte Talent Niko Ilicevic ein. Am Ende nahm die Eintracht dank Burkardts spätem Hackentreffer trotz Unterzahl einen Punkt mit.
Der Vorfall im Gästeblock prägte die Atmosphäre in der Home Deluxe Arena stärker als das sportlich ereignisreiche Spiel. Dass beide Fanlager auf organisierte Unterstützung verzichteten, zeigt die besondere Bedeutung medizinischer Notfälle im Stadion: Der Spielbetrieb kann weiterlaufen, während die Aufmerksamkeit der Zuschauer bei der Versorgung eines Menschen liegt.
Sportlich unterstrich die Partie die unterschiedliche Ausgangslage der Teams. Paderborn trat als Aufsteiger mit hohem Pressing und großer Intensität auf und brachte Frankfurt trotz des frühen Rückstands mehrfach in Bedrängnis. Die Eintracht musste den späten Ausgleich zudem in Unterzahl erzielen, nachdem Elias Baum Gelb-Rot gesehen hatte.
Sportliche Bedeutung
Für Frankfurt hat der Punktgewinn deshalb besonderes Gewicht, weil die Mannschaft bis in die Nachspielzeit zurücklag. Jonathan Burkardt rückte mit zwei Treffern in den Mittelpunkt und setzte zugleich ein Zeichen im Konkurrenzkampf um Plätze im deutschen Nationalteam. Die Vorlage des Torwarts Noah Atubolu und der Hackentreffer machten den Ausgleich zu einer ungewöhnlichen Schlussaktion.
Paderborn verpasste trotz einer über weite Strecken starken Leistung den Heimsieg. Der Aufsteiger kann aus dem Auftritt gegen einen etablierten Bundesligisten dennoch Selbstvertrauen ziehen. Für die Eintracht bleibt neben der späten Rettung die Frage, wie stabil das Team in Spielen mit wechselnden Drangphasen und personellen Rückschlägen auftritt.
Folgen für die Fans
Im Mittelpunkt steht zunächst die Gesundheit des verletzten Frankfurter Anhängers. Der Notarzteinsatz und der Transport in ein Krankenhaus überschatteten die Partie; die gedrückte Stimmung war eine gemeinsame Reaktion beider Fangruppen. Der Fall macht zugleich deutlich, dass Sicherheits- und Rettungsabläufe in den Tribünen für die Wahrnehmung eines gesamten Spieltags entscheidend sein können.
Frankfurter Rundschau: „Notfall im Eintracht-Block: Gästefan in Paderborn abgestürzt“ (07.11.2026)
Der Artikel stelle den medizinischen Einsatz und die daraus resultierende Stille im Stadion in den Mittelpunkt. Er ergänze, der Fan befinde sich nach einem Sturz aus dem Gästebereich in einem stabilen Zustand; damit liege sein Schwerpunkt stärker auf dem Ablauf des Notfalls als auf dem späten Frankfurter Ausgleich.
