Eishockey-WM 2027, Deutscher Eishockey-Bund

Eishockey-WM 2027: Bundesregierung will Turnier in Deutschland halten

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 13:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Bundesregierung will gemeinsam mit DEB und IIHF eine Lösung für die Austragung finden. Hintergrund sind Boykottankündigungen und der Rückzug von Sponsoren für den Fall einer russischen Teilnahme.

Folgen für Austragung und Verbände

  • Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte nach Gesprächen mit DEB und IIHF die Unterstützung der Bundesregierung.
  • Die WM soll im Mai 2027 in Deutschland stattfinden.
  • Der DEB hatte erwogen, die Ausrichtung wegen der angekündigten Rückzüge zurückzugeben.
Russlands Iwan Proworow bei einem WM-Spiel 2017 in Köln. Die Wiedereingliederung russischer Teams in WM-Turniere sorgt weiter für Wirbel. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa

Bundesregierung sucht Lösung für WM 2027

Die Bundesregierung will den Deutschen Eishockey-Bund bei der geplanten Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland unterstützen. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte nach Gesprächen mit dem DEB und dem Weltverband IIHF, Ziel sei eine Durchführung des Turniers ohne eine russische Teilnahme.

Gespräche sollen Turnier sichern

Die Bundesregierung wolle gemeinsam mit den Verbänden auf diplomatischem Weg Möglichkeiten ausloten, sagte Kornelius. Eine WM mit Russland sei angesichts der angekündigten Boykotte faktisch nicht möglich.

„Unser Ziel muss es sein, die Turniere wie geplant durchzuführen“, sagte der Regierungssprecher. Zugleich müsse auf dem Gesprächsweg eine Lösung gefunden werden, damit das Turnier trotz der Konflikte stattfinden könne.

CAS-Urteil löst Widerstand aus

Auslöser ist ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS. Das Gericht hob die seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geltende Suspendierung russischer Teams von Weltmeisterschaften für 2027 auf.

Zahlreiche Nationen kündigten daraufhin an, mögliche WM-Spiele gegen Russland zu boykottieren. Sponsoren stellten ihren Rückzug in Aussicht, sollte Russland tatsächlich teilnehmen dürfen.

DEB erwog Rückgabe der Ausrichtung

Der DEB hatte erwogen, die gewonnene Ausrichtung der WM 2027 zurückzugeben, und sich deshalb an die Bundesregierung gewandt. Kornelius sagte, die Bundesregierung unterstütze den Verband bei seinem Bemühen um eine einvernehmliche Lösung.

Die Entscheidung über die konkrete Austragungsform liegt damit weiterhin bei den beteiligten Verbänden und den politischen Gesprächen. Die Bundesregierung strebt an, die WM in Deutschland zu halten.

Die geplante Eishockey-WM im Mai 2027 steht vor einem sportpolitischen und organisatorischen Konflikt. Der CAS hob die Suspendierung russischer Teams für die Weltmeisterschaften auf; damit ist Russland grundsätzlich wieder für das Turnier zugelassen. Mehrere Nationalverbände haben angekündigt, Spiele gegen Russland nicht bestreiten zu wollen.

Für Deutschland geht es deshalb nicht nur um die Austragung einzelner Partien. Ein Rückzug des DEB könnte erhebliche organisatorische und finanzielle Folgen haben, während ein Turnier mit Russland durch Boykotte, ausbleibende Spiele und den Verlust von Sponsoren belastet wäre. Die Bundesregierung versucht nach der dpa-Meldung, gemeinsam mit DEB und IIHF eine Lösung zu finden.

Sport und Außenpolitik

Der Streit berührt zugleich die deutsche Sport- und Außenpolitik. Eine Einreise russischer Athleten könnte als Umsetzung des CAS-Urteils verstanden werden, während eine Veranstaltung ohne russische Beteiligung den Konflikt mit den Verbänden und dem Weltverband entschärfen könnte. Hinzu kommt, dass Deutschland bei internationalen Sportveranstaltungen auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen ist.

Entscheidend ist nun, ob die Gespräche zwischen Bundesregierung, DEB und IIHF ein Modell ermöglichen, das die WM in Deutschland erhält und zugleich die angekündigten Boykotte verhindert. Solange diese Frage offen ist, bleibt die Durchführung des Turniers in der geplanten Form politisch und wirtschaftlich unter Druck.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Russland bei der Eishockey-WM: Deutschlands Dilemma“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordne die CAS-Entscheidung als politisches Dilemma für Deutschland ein und beschreibe mögliche Boykotte sowie den Druck auf den DEB. Einen zusätzlichen Schwerpunkt setze er auf mögliche Auswirkungen einer Einreiseentscheidung auf die deutsche Olympia-Bewerbung.

Deutschlandfunk: „Eishockey-WM 2027 Mehrere Nationen und Sponsoren drohen bei Teilnahme Russlands mit Boykott“ (04.11.2026)

Der Artikel stelle den wachsenden Widerstand mehrerer Nationalverbände und Sponsoren gegen eine russische Teilnahme heraus. Anders als der erste Beitrag konzentriere er sich besonders auf wirtschaftliche Folgen und die noch ausstehende Umsetzung des CAS-Urteils durch die IIHF.

Beide Beiträge beschrieben die Austragung in Deutschland als gefährdet, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte: einmal auf die politische Dimension, einmal auf Boykott- und Sponsorenrisiken. Offen bleibe, wie die IIHF das Urteil umsetzt und ob eine einvernehmliche Lösung ohne russische Teilnahme gelingt.

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