Elif Eralp bestätigt Einschüchterung durch Hamas-Sympathisanten
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEralp nennt Sicherheitskurs für Berlin
- Eralp will als Regierende Bürgermeisterin gegen Organisierte Kriminalität und Gewalt vorgehen.
- Ihr Versprechen soll ausdrücklich auch Menschen einschließen, die Gewalt verherrlichen.
- Die Linken-Politikerin strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an.
Eralp bestätigt Bericht über Einschüchterung
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat einen Bericht über ihre Einschüchterung durch Personen, die mit der Hamas sympathisieren sollen, indirekt bestätigt. In Berlin sagte sie am Donnerstag, es seien private und interne Inhalte veröffentlicht worden.
„Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen“, erklärte Eralp. Sorgen um die eigene Familie seien normal und eine Folge der „zum Teil wirklich vergifteten“ Debatten der vergangenen Wochen und Monate.
Versprechen für die Sicherheit
Eralp sagte, sie werde als Regierende Bürgermeisterin für die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner sorgen. Dazu wolle sie mit allen verfügbaren Mitteln gegen Organisierte Kriminalität und Gewalt vorgehen.
Das schließe selbstverständlich auch Menschen ein, die Gewalt verherrlichten, so Eralp weiter. Dies sei ihr „Versprechen“ an die Berliner Bevölkerung.
Interne Anmerkungen zu Ibrahim Ibrahim
Auslöser des Vorgangs ist ein Bericht über die von Eralp autorisierte Fassung eines Interviews, das zu Beginn der Woche geführt worden sein soll. In der an das Magazin zurückgesandten schriftlichen Fassung sollen versehentlich interne Kommentare und Anmerkungen enthalten gewesen sein.
Dem Bericht zufolge ließ Eralp eine Frage und ihre eigene Antwort zu Ibrahim Ibrahim streichen, dem Sympathien mit der Hamas vorgeworfen werden. In den internen Anmerkungen soll sie erklärt haben, warum sie sich nicht namentlich zu ihm äußern wolle.
Hinweis auf frühere Sicherheitsratschläge
Eralp soll zudem vermerkt haben, das Landeskriminalamt habe ihr in der Vergangenheit empfohlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals sei es um Organisierte Kriminalität gegangen, nun um Personen mit Kontakten zur Hamas.
Sie hätte das Interview niemals zusagen dürfen, soll die Linken-Politikerin weiter geschrieben haben. Ihr Sprecher teilte mit, Eralp sei als Bürgermeisterkandidatin seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt.
Koalitionsziel mit Grünen und SPD
Eralp will Regierende Bürgermeisterin in einer Koalition mit Grünen und SPD werden. Die Debatte über ihre Sicherheitsbedenken fällt damit in die Vorbereitungen auf eine mögliche Regierungsbildung in Berlin.
Der Vorgang fällt in eine aufgeheizte Berliner Debatte über den Umgang mit antisemitischen Äußerungen, Hamas-Sympathien und politischer Gewalt. Eralp verbindet ihre persönliche Sorge um die Familie mit der allgemeinen Belastung durch Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen gegen sie als Spitzenkandidatin.
Politisch bedeutsam ist vor allem die Verbindung von Sicherheitsfragen und Regierungsanspruch. Eralp stellt in Aussicht, als Regierende Bürgermeisterin gegen Organisierte Kriminalität und gegen Gewaltverherrlichung vorzugehen. Damit reagiert sie zugleich auf die konkrete Kontroverse und formuliert einen Anspruch, der über den eigenen Schutz hinaus auf die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner zielt.
Politische Folgen in Berlin
Die Debatte berührt auch den Umgang mit Interviews und vertraulichen Abstimmungen zwischen Politikern und Medien. Interne Anmerkungen in einer autorisierten Fassung können den Blick auf die Sicherheitsbedenken einer Politikerin verändern, zugleich aber Fragen nach Transparenz, Verantwortlichkeit und dem Schutz persönlicher Daten aufwerfen.
Für die Berliner Politik dürfte entscheidend sein, ob die Kontroverse die Diskussion über mögliche Bündnisse von Linken, Grünen und SPD überlagert. Eralps öffentliche Zusage, gegen Gewalt unabhängig von ihrer politischen oder ideologischen Herkunft vorzugehen, markiert dabei eine klare sicherheitspolitische Linie. Offen bleibt, wie die beteiligten Parteien und die Berliner Sicherheitsbehörden mit den Vorwürfen und den geschilderten Bedrohungen weiter umgehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Elif Eralp hat offenbar Angst vor Hamas-Sympathisanten“ (29.10.2026)
Der Beitrag greift den Kern des Vorgangs auf und stellt Eralps Sorge vor Personen mit Hamas-Sympathien in den Mittelpunkt. Im Vergleich zur dts-Meldung liegt der Schwerpunkt stärker auf der Einschüchterung, während Eralps Sicherheitsversprechen und die politischen Konsequenzen weniger Raum einnehmen.
stern: „‚Spiegel‘: Linken-Frontfrau Eralp offenbart intern Angst vor Hamas-Sympathisanten“ (29.10.2026)
Der stern stellt ebenso wie die dts-Meldung die internen Anmerkungen aus dem Interviewprozess heraus. Der Fokus liegt stärker auf der politischen Einordnung als auf Eralps anschließender Erklärung, sich nicht einschüchtern lassen zu wollen.
Beide Beiträge bestätigen den zentralen Zusammenhang zwischen den internen Interviewnotizen und Eralps Sicherheitsbedenken. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von persönlicher Bedrohung und politischer Verantwortung; offen bleibt, welche weiteren Konsequenzen der Vorgang für die Berliner Parteien hat.
