LĂ€nder-Regierungschefs fordern Milliarden fĂŒr die Raumfahrt
05.06.2025 - 10:15:06 | dpa.de
Auch angesichts der gewachsenen internationalen Unsicherheiten muss Deutschland nach Ansicht von Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Bremen deutlich mehr Geld in die Raumfahrt stecken - national und auf europĂ€ischer Ebene: Bei einem gemeinsamen Auftritt in Berlin forderten die drei LĂ€nder-Regierungschefs eine Aufstockung des nationalen Raumfahrtprogramms auf eine Milliarde Euro pro Jahr. Zudem mĂŒsse Deutschland die europĂ€ische Raumfahrtagentur Esa mit mehr Geld, nĂ€mlich zwei Milliarden Euro jĂ€hrlich, unterstĂŒtzen - auch aus GrĂŒnden der gemeinsamen europĂ€ischen Sicherheit.
Zum Vergleich: Derzeit zahlt Deutschland nach bayerischen Angaben rund 1,16 Milliarden Euro jĂ€hrlich fĂŒr die Esa. Im nationalen Raumfahrtprogramm stecken dieses Jahr demnach rund 300 Millionen Euro. Hier hatten sich alle LĂ€nder gemeinsam schon fĂŒr eine Erhöhung auf 500 Millionen Euro ausgesprochen.
«Raumfahrt fĂŒr Europas Sicherheit unverzichtbar»
«FĂŒr Europas SouverĂ€nitĂ€t und Sicherheit sind Anwendungen und FĂ€higkeiten der Raumfahrt unverzichtbar», heiĂt es in einem gemeinsamen Papier der drei LĂ€nder. Zudem sei die Raumfahrt ein SchlĂŒsselbereich fĂŒr Innovation, wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit und technologische SouverĂ€nitĂ€t. Sie schaffe hochwertige ArbeitsplĂ€tze, stĂ€rke auch andere Zukunftsbranchen und trage zur Lösung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel bei.
Baden-WĂŒrttembergs MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) betonte: «Unser modernes Leben funktioniert nicht ohne weltraumgestĂŒtzte Technologien. Und unsere Sicherheit wird maĂgeblich mit Diensten aus dem All gewĂ€hrleistet.» Deshalb diene Raumfahrt unmittelbar der StĂ€rkung der VerteidigungsfĂ€higkeit. In Navigation, Kommunikation und Erdbeobachtung sei Europa gut. «Aber in Zeiten von tiefen geopolitischen Verwerfungen ist gut nicht gut genug.» Es könne nicht sein, dass Elon Musk - dem US-Tech-MilliardĂ€r gehört das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX - ĂŒber die europĂ€ische VerteidigungsfĂ€higkeit entscheide, warnte Kretschmann.
«Geht nicht um Science Fiction»
Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) mahnte, Europa dĂŒrfe im internationalen Wettbewerb nicht zurĂŒckfallen. «Es geht bei Raumfahrt nicht um Science Fiction, sondern um den greifbaren wissenschaftlichen Fortschritt und neue Wirtschaftskraft. Das ist auch entscheidend fĂŒr die europĂ€ische SouverĂ€nitĂ€t», sagte er. Und dazu mĂŒsse Deutschland seinen Beitrag leisten.
Bremens BĂŒrgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagte, die Esa sei ein europĂ€isches Zukunftsobjekt und einst gegrĂŒndet worden, um Europas Platz im All zu sichern. Heute komme es gerade angesichts der internationalen Lage darauf an, diesen Platz zu behaupten und ihn weiter auszubauen. Die nĂ€chste Esa-Ministerratskonferenz, bei der es unter anderem um die finanzielle Ausstattung der europĂ€ischen Raumfahrtagentur (European Space Agency) fĂŒr die kommenden drei Jahre geht, soll im November in Bremen stattfinden.
Was der LĂ€nder-Forderung Schub geben könnte: Mit Dorothee BĂ€r (CSU) gibt es in der neuen schwarz-roten Bundesregierung erstmals eine Ministerin, die explizit auch das Thema Raumfahrt in der Stellenbeschreibung trĂ€gt: BĂ€r ist Bundesministerin fĂŒr Forschung, Technologie und Raumfahrt.
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