Endlagersuche, Atommüll

Endlagersuche: Fünf Bundesländer scheiden aus

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland werden bei der weiteren Prüfung nicht mehr berücksichtigt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung grenzt damit die möglichen Regionen ein; eine endgültige Standortentscheidung steht noch aus.

Bundestag entscheidet über den Endstandort

  • Die BGE teilte in Peine mit, dass Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland aus der laufenden Suche ausscheiden.
  • Die Auswahl eines Standorts für hoch radioaktiven Atommüll ist noch nicht abgeschlossen.
  • Das letzte Wort über den künftigen Endlagerstandort hat der Bundestag.

Fünf Länder scheiden aus der Endlagersuche aus

Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Das teilte die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine mit.

Bundestag entscheidet über Standort

Die Herausnahme der fünf Länder reduziert die Zahl der Regionen, die im weiteren Verfahren geprüft werden. Das letzte Wort bei der Auswahl des Endlagerstandorts hat jedoch der Bundestag.

Suche bleibt bundesweites Verfahren

Die BGE bewertet mögliche Gebiete nach geologischen Kriterien und grenzt die Auswahl schrittweise ein. Im Zentrum stehen Formationen, die hoch radioaktiven Abfall langfristig sicher einschließen können.

Entscheidung erst nach weiteren Prüfungen

Der aktuelle Schritt legt noch keinen konkreten Standort fest. Vor einer endgültigen Entscheidung sind weitere Bewertungen und Erkundungen erforderlich.

Die Endlagersuche tritt mit der Herausnahme von fünf Bundesländern in eine konkretere Auswahlphase ein. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass bereits ein Standort feststeht: Die BGE bewertet zunächst geologische Teilgebiete und grenzt die infrage kommenden Flächen schrittweise ein.

In Deutschland geht es um rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfalls, der derzeit oberirdisch lagert. Gesucht wird eine geologische Formation aus Tongestein, Steinsalz oder Kristallingestein, die den Abfall für mindestens eine Million Jahre sicher einschließen kann.

Weitere Prüfung bis Ende 2027

Nach dem aktuellen Verfahren soll die BGE bis Ende 2027 Regionen für eine oberirdische Erkundung vorschlagen. Danach können weitere Flächen ausscheiden, bevor unterirdische Erkundungen und schließlich die Auswahl eines Standorts folgen.

Die Eingrenzung hat deshalb zunächst vor allem verfahrensrechtliche Bedeutung. Für betroffene Regionen und Anwohner wird zugleich sichtbarer, wo eine spätere Erkundung möglich bleibt. Das letzte Wort über den Standort hat der Bundestag.

Langfristige Aufgabe

Die Suche reicht über aktuelle energiepolitische Debatten hinaus. Auch nach dem Ende der Stromproduktion aus deutschen Atomkraftwerken bleibt die sichere Verwahrung der Abfälle eine Aufgabe für viele Generationen. Die endgültige Standortentscheidung und der Bau eines Endlagers werden voraussichtlich noch Jahrzehnte beanspruchen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Wohin mit hochradioaktivem Atommüll? Bundesgesellschaft grenzt Suche weiter ein“ (27.10.2026)

Der Beitrag ordne die neue Bewertung als weiteren Schritt der Flächeneingrenzung ein und betone, dass viele geeignete Gebiete in Norddeutschland liegen könnten. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf die geologischen Kriterien, den Zeitplan bis Ende 2027 und die voraussichtlich jahrzehntelange Dauer bis zur Entscheidung.

Stern: „Suche nach Atommüll-Endlager: Das wird heute wichtig“ (27.10.2026)

Der Artikel habe den aktuellen Arbeitsstand und mögliche Bewertungen für Flächen in Baden-Württemberg beschrieben. Er bestätige die laufende bundesweite Eingrenzung, setze aber einen regionalen Schwerpunkt und stelle mehrere Szenarien für die weitere Bewertung geeigneter Gebiete dar.

Beide Beiträge stimmten darin überein, dass noch keine Standortentscheidung gefallen sei. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Blick auf mögliche Regionen und beim Schwerpunkt zwischen bundesweitem Verfahren und regionalen Folgen.

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