SchÀuble gegen Personalentscheidungen vor Jahresende

23.02.2020 - 11:19:42 | ad-hoc-news.de

Entgegen den Empfehlungen des CSU-Vorsitzenden Markus Söder, der sich fĂŒr eine baldige KlĂ€rung der FĂŒhrungsfrage ausspricht, hĂ€lt SchĂ€uble an dem Zeitplan von Kramp-Karrenbauer fest.

Wolfgang SchÀuble und Annegret Kramp-Karrenbauer - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Wolfgang SchÀuble und Annegret Kramp-Karrenbauer - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Nachdem Markus Söder (CSU) die Schwesterpartei zu einer raschen Lösung der offenen Frage des Parteivorsitzes und der Kanzlerkandidatur aufgefordert hat, gibt der BundestagsprĂ€sident Wolfgang SchĂ€uble (CDU) der inhaltlichen Strategiedebatte den Vorrang. Der Plan von Annegret Kramp-Karrenbauer den Parteivorsitz auf einem Sonderparteitag am Jahresende zu bestimmen, ist in meinen Augen weiterhin die beste Option, Ă€ußert sich SchĂ€uble gegenĂŒber dem „Handelsblatt“. Jetzt steht zunĂ€chst die inhaltliche Neuorientierung der Union auf dem Plan. Wir brauchen eine umfassende und ausfĂŒhrliche Diskussion der Programmatik fĂŒr die nĂ€chsten Jahre, wohin wir gehen und was fĂŒr ein Deutschland wir wollen, hĂ€lt der BundestagsprĂ€sident fest. Wenn das Grundsatzprogramm steht, wird sich die Personalfrage automatisch klĂ€ren. SchĂ€uble besteht auch auf der Bindung von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur. Deshalb warnt er die Partei, sich von der Öffentlichkeit drĂ€ngen zu lassen, und die Entscheidung des Parteivorsitzes vorzuziehen. Sonst sehen wir uns in einer Position, dass wir einen Parteivorsitzenden haben und die Frage der Kanzlerkandidatur weiterhin offen ist. Ich stimme Annegret Kramp-Karrenbauer völlig zu, wenn sie darauf hinweist, dass eine Trennung von Vorsitz und Kandidatur nicht zielfĂŒhrend ist. Der aktuell aufgetauchten Teamlösung gewinnt SchĂ€uble durchaus positive Seiten ab. Damit können wir die Kandidaten in die Verantwortung einbinden, aber vor allem können wir auf diese Weise verhindern, das frĂŒhzeitig ein Richtungsstreit ausbricht. Alle Richtungen sind ja in diesem Team reprĂ€sentiert und jeder erkennt sich darin wieder. Das Team könnte auch die inhaltliche Diskussion moderieren, so der CDU-Politiker. Allerdings sieht er in der Frage nach der Teamleitung ein erhebliches Konfliktpotenzial, das aber nicht unlösbar ist. Zu den Kandidaten Ă€ußert sich SchĂ€uble zurĂŒckhaltend, lĂ€sst aber erkennen, dass der Jens Spahn fĂŒr einen hochbegabten Politiker mit FĂŒhrungsqualitĂ€ten hĂ€lt. Ich werde aber keine konkrete Empfehlung fĂŒr einen der Kandidaten abgeben, auch nicht fĂŒr Friedrich Merz, den er frĂŒher schon unterstĂŒtzt hatte. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, betont SchĂ€uble im „Handelsblatt“.
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