Ministerin sieht Entwicklungspolitik im Umbruch
09.05.2026 - 08:27:27 | dts-nachrichtenagentur.deDie Ministerin Ă€uĂerte sich auch zu den Folgen des Iran-Kriegs. Die Blockade von Hormus habe weltweit gravierende Folgen, besonders fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder im Globalen SĂŒden. Grundnahrungsmittel wĂŒrden dort fĂŒr viele unbezahlbar und fehlender DĂŒnger gefĂ€hrde die nĂ€chste Ernte; 20 bis 30 Prozent der DĂŒngemittelausfuhren erfolgten ĂŒber diese WasserstraĂe. Das WelternĂ€hrungsprogramm warne deshalb, dass weitere bis zu 45 Millionen Menschen dadurch nicht mehr genug zu essen haben könnten. Sie habe den Eindruck, dass die Dramatik der Situation noch nicht ĂŒberall angekommen sei. Und jeder weitere Tag der Blockade mache die Lage schlimmer. Deshalb mĂŒssten alle diplomatischen BemĂŒhungen darauf gerichtet sein, die Situation zu lösen.
Auf die Frage nach den KĂŒrzungen ihres Etats sagte Alabali Radovan, ihr sei wichtig, dass Deutschland verlĂ€sslich bleibe. Sie habe deshalb eine Reform der deutschen Entwicklungspolitik eingeleitet, um auch mit begrenzteren Mitteln möglichst viel erreichen zu können. Aber natĂŒrlich seien die vereinbarten KĂŒrzungen sehr schmerzhaft, zumal im letzten Jahr zusĂ€tzliche Krisen wie der Iran-Krieg hinzugekommen seien. AuĂerdem zögen sich wichtige Geber wie die USA zurĂŒck - mit dramatischen Folgen.
Die Ministerin kĂŒndigte an, die Entwicklungszusammenarbeit durch ihre Reform "zukunftsfest" zu machen. Einen Schwerpunkt setze sie auf die ErnĂ€hrungssicherheit - etwa mit einem SchulernĂ€hrungsprogramm, das bis 2030 insgesamt 100 Millionen Kinder erreichen solle. Man bleibe beim Wiederaufbau der Ukraine, in Syrien und perspektivisch in Gaza engagiert. AuĂerdem wolle man die Partnerschaft mit dem globalen SĂŒden weiter stĂ€rken und auf Augenhöhe zusammenarbeiten - auch deshalb werde man eine entwicklungspolitische Nord-SĂŒd-Kommission einberufen.
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