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Nach Mond-Mission: Crew «gesund und glücklich» auf der Erde

11.04.2026 - 06:18:30 | dpa.de

Erfolgreiche Landung nach historischer Mission: Erstmals seit mehr als 50 Jahren waren Menschen in der Nähe des Mondes. Sie sahen zuvor Ungesehenes und stellten Rekorde auf. Jetzt wird ausgewertet.

  • Die «Artemis 2»-Crew ist um den Mond herum geflogen. - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa
  • Die Crew hat den Mond intensiv beobachtet. - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa
  • Abgebremst von Fallschirmen kam die «Orion»-Kapsel im Pazifik auf. - Foto: Bill Ingalls/NASA/dpa
Die «Artemis 2»-Crew ist um den Mond herum geflogen.  - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa Die Crew hat den Mond intensiv beobachtet.  - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa Abgebremst von Fallschirmen kam die «Orion»-Kapsel im Pazifik auf. - Foto: Bill Ingalls/NASA/dpa

Die ersten Menschen, die seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes waren, sind nach rund zehn Tagen im All zurück auf der Erde. Die vier «Artemis 2»-Astronauten an Bord der «Orion»-Kapsel - die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen - landeten plangemäß im Pazifik nahe San Diego, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Es sei eine «Bilderbuch-Landung» gewesen. 

Spezialkräfte der Nasa und des US-Verteidigungsministeriums halfen den Astronauten aus der Kapsel und brachten sie dann per Helikopter zu einem speziellen Schiff. Nasa-Chef Jared Isaacman nahm sie persönlich in Empfang und gratulierte ihnen zu einer «historischen Errungenschaft». Die Astronauten winkten und lächelten in die Kameras und streckten ihre Daumen in die Höhe. Die Crew sei «gesund und glücklich», hieß es von der Nasa. Sie soll nun medizinisch untersucht und dann zurück nach Houston gebracht werden. 

US-Präsident Trump: Landung war «perfekt»

Die Mondmission sei «spektakulär» gewesen und die Landung «perfekt», kommentierte US-Präsident Donald Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Der kanadische Premierminister Mark Carney hieß die Crew «willkommen zu Hause» und gratulierte zu einer «historischen Leistung». 

Die Landung war ein kompliziertes Manöver, bei dem die Kapsel zeitweise eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 38.400 Kilometern pro Stunde erreichte, was den Astronauten extreme körperliche Belastungen aussetzt. Mit einem speziellen Schild wurde die Astronauten vor der extremen Hitze geschützt, der die Kapsel beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ausgesetzt ist. Für rund sechs Minuten fiel dabei planmäßig die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum aus. Mithilfe von Fallschirmen kam die Kapsel anschließend abgebremst im Pazifik auf.

Erste Menschen in der Nähe des Mondes seit mehr als 50 Jahren

Die vier Astronauten waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der vergangenen Woche an Bord der «Orion»-Kapsel mit dem Raketensystem «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben.

Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau an Bord einer Mondmission der Nasa, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier. 

Insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt

Der Flugverlauf von «Artemis 2» glich insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie flogen um den Mond herum und entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Mit ihrer «Orion»-Kapsel knackten sie den 1970 aufgestellten Rekord der «Apollo 13»-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.771 Kilometer von der Erde entfernt. Dem Mond näherten sie sich auf rund 6.545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant. 

Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorab erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren. 

Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten – mit speziellen Brillen – sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive von «Orion» hinter dem Mond verschwand. 

Bislang zwölf US-Amerikaner auf dem Mond

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der «Apollo 17»-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den «Apollo»-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond. 

«Artemis 2» soll nun ein großer Schritt in Richtung eines neuen Mondprogramms sein - mit dem Ziel von bemannten Landungen und dann einer permanenten menschlichen Präsenz auf dem Erdtrabanten. Schon bald solle die Crew für die nächste geplante Mondmission «Artemis 3» bekannt gegeben werden, hieß es von der Nasa. Der Weg zum Mond sei offen, sagte Nasa-Manager Amit Kshatriya. «Aber es liegt mehr Arbeit vor uns als hinter uns.»

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