Faeser, Leichtere

Faeser: Leichtere AufklÀrung zu Geldquellen von Extremisten

09.02.2024 - 11:52:20 | dpa.de

ErhĂ€lt eine extremistische Gruppe Geld aus dem Ausland? Wer finanziert Veranstaltungen der Neuen Rechten? FĂŒr den Verfassungsschutz ist es bislang schwierig, das herauszufinden. Das soll sich Ă€ndern.

  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) findet, «dass die persönlichen und finanziellen Verbindungen in rechtsextremen Netzwerken stĂ€rker ausgeleuchtet werden mĂŒssen». - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) findet, «dass die persönlichen und finanziellen Verbindungen in rechtsextremen Netzwerken stĂ€rker ausgeleuchtet werden mĂŒssen». - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) findet, «dass die persönlichen und finanziellen Verbindungen in rechtsextremen Netzwerken stĂ€rker ausgeleuchtet werden mĂŒssen». - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) findet, «dass die persönlichen und finanziellen Verbindungen in rechtsextremen Netzwerken stĂ€rker ausgeleuchtet werden mĂŒssen». - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Um Verbindungen im Rechtsextremismus in Zukunft besser aufklĂ€ren zu können, sollen Nachforschungen zu Finanzströmen extremistischer Gruppierungen vereinfacht werden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben, das in solchen FĂ€llen die HĂŒrden fĂŒr Auskunftsersuchen des Verfassungsschutzes zu Konten und Finanztransaktionen senken wĂŒrde, wird derzeit im Bundesinnenministerium vorbereitet, verlautete es aus dem Ministerium.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) habe als Reaktion auf das Potsdamer Treffen erklĂ€rt, «dass die persönlichen und finanziellen Verbindungen in rechtsextremen Netzwerken stĂ€rker ausgeleuchtet werden mĂŒssen», hieß es zur ErlĂ€uterung aus ihrem Ministerium.

An dem Treffen radikaler Rechter am 25. November, ĂŒber das das Medienhaus Correctiv berichtet hatte, hatten auch AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen. Der frĂŒhere Kopf der IdentitĂ€ren Bewegung in Österreich, Martin Sellner, sprach bei dem Treffen in Potsdam ĂŒber «Remigration» - wenn Rechtsextremisten diesen Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen auslĂ€ndischer Herkunft das Land verlassen soll, auch unter Zwang.

Was bisher gilt

Bislang sind Nachforschungen des Verfassungsschutzes zu FinanzaktivitĂ€ten von Extremisten nur dann möglich, wenn einer Gruppierung ein Gewaltbezug nachgewiesen werden kann oder etwa «zu Hass oder WillkĂŒrmaßnahmen gegen Teile der Bevölkerung» aufgestachelt wird. KĂŒnftig soll hier zusĂ€tzlich das GefĂ€hrdungspotenzial mit Bezug auf die freiheitliche demokratische Grundordnung ausschlaggebend sein.

Faeser greife damit den Ansatz des Bundesverfassungsgerichts auf, wonach es fĂŒr Überwachungsbefugnisse auf das GefĂ€hrdungspotenzial ankomme, verlautete aus ihrem Ministerium. Zur ErklĂ€rung hieß es: «Dieses bestimmt sich nach Kriterien, die neben Verhetzung und Militanz weitere Faktoren wie Aktionspotenzial und gesellschaftliche Einflussnahme einschließen.»

Auch wenn es bei dem Vorhaben erst einmal um die AufklĂ€rung durch den Nachrichtendienst geht, könnten solche Erkenntnisse in bestimmten FĂ€llen auch dazu fĂŒhren, dass diese Finanzierungsströme, falls strafrechtlich relevante VorgĂ€nge auftauchen, unterbrochen werden. Außerdem könnte eine Aufdeckung finanzieller Verbindungen im Einzelfall auch zu einer Neubewertung einer bestimmten Gruppierung fĂŒhren.

«Aktionsplan gegen Rechtsextremismus»

Damit der Verfassungsschutz schneller an AuskĂŒnfte zu Finanztransaktionen gelangt, sollten die Verfahren zudem nach Auffassung des Bundesinnenministeriums in Zukunft relativ schnell und unbĂŒrokratisch ablaufen. FĂŒr die simple Auskunft, wo jemand ein Girokonto hat, die gleiche aufwendige Genehmigungspraxis vorzuschreiben, die fĂŒr eine TelekommunikationsĂŒberwachung erforderlich ist, wĂ€re aus Sicht des Ministeriums unangemessen.

Ziel der gesetzlichen Erweiterung der Finanzermittlungen sei es auch, «dass sich niemand, der an rechtsextreme Organisationen spendet oder sie in anderer Form finanziell unterstĂŒtzt, darauf verlassen kann, hierbei unentdeckt zu bleiben».

Faeser hatte im MĂ€rz 2022 einen «Aktionsplan gegen Rechtsextremismus» vorgestellt. Von den darin enthaltenen Maßnahmen wurde ein Teil inzwischen umgesetzt, etwa eine GesetzesĂ€nderung, die es ermöglicht, Verfassungsfeinde schneller aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen. Zu den geplanten VerschĂ€rfungen beim Waffenrecht laufen noch GesprĂ€che des Bundesinnenministeriums mit FDP-Politikern, die befĂŒrchten, dadurch könnten auch JĂ€ger in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), hatte Anfang der Woche noch einmal darauf gedrungen, dass das geplante Demokratiefördergesetz, das eine langfristigere Förderung von zivilgesellschaftlichen Initiativen ermöglichen soll, im Bundestag bald verabschiedet wird.

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