ROUNDUP, Erleichterungen

Erleichterungen fĂŒr HausĂ€rzte - und mehr Termine?

Veröffentlicht am: 14.02.2025 um 14:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hausarztpraxen bekommen bessere Bedingungen, um die Patientenversorgung vor Ort stÀrker abzusichern.

Der Bundesrat billigte ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz, das finanzielle Anreize und Vereinfachungen dafĂŒr festlegt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: "Einen Termin beim Hausarzt zu bekommen, wird endlich wieder deutlich einfacher - insbesondere fĂŒr gesetzlich Versicherte." In der LĂ€nderkammer beraten wird nun auch ĂŒber eine Initiative gegen Benachteiligungen von Kassenpatienten.

Lauterbach sagte, das Gesetz werde die ambulante Versorgung grundlegend verbessern. "Wenn leicht chronisch Kranke nicht mehr alle drei Monate fĂŒr die Quartalspauschale des Arztes in die Praxis einbestellt werden mĂŒssen, wenn zusĂ€tzliche Patienten abgerechnet werden können, wird auch wieder mehr Zeit sein fĂŒr neue Patienten." HausĂ€rzte könnten ihre Lotsenfunktion besser wahrnehmen. "Das senkt die Kosten, ĂŒberflĂŒssige Facharzttermine fallen weg."

5.000 Hausarztsitze vakant

Großes Ziel ist, angesichts von bundesweit 5.000 unbesetzten Hausarztsitzen den Beruf attraktiver zu machen und das Praxisnetz zu erhalten - vor allem auf dem Land und in Ă€rmeren Vierteln von GroßstĂ€dten. Dazu hatten sich SPD und GrĂŒne mit ihrem frĂŒheren Ampel-Partner FDP noch auf wichtige Punkte eines Gesetzes verstĂ€ndigt, das nach dem Koalitionsbruch zu versanden drohte.

VergĂŒtung

FĂŒr HausĂ€rzte fallen - wie schon bei KinderĂ€rzten - sonst ĂŒbliche Deckelungen der VergĂŒtung weg. Das heißt, dass sie Mehrarbeit sicher honoriert bekommen, auch wenn das Budget ausgeschöpft ist. "Jede Leistung wird bezahlt", lautet das Motto. Das soll es fĂŒr HausĂ€rzte attraktiver machen, mehr Patienten anzunehmen. Die gesetzlichen Kassen schĂ€tzen die jĂ€hrlichen Mehrkosten auf 400 Millionen Euro, bezweifeln aber konkrete Versorgungs-Verbesserungen.

Neue Pauschalen I

Praxen erhalten kĂŒnftig eine "Versorgungspauschale" fĂŒr Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen und wenig Betreuungsbedarf. Das soll Einbestellungen in jedem Quartal nur aus AbrechnungsgrĂŒnden vermeiden und grĂ¶ĂŸere FreirĂ€ume schaffen. HausĂ€rzte können stattdessen eine bis zu ein Jahr umfassende Pauschale abrechnen.

Neue Pauschalen II

Eine extra "Vorhaltepauschale" können Praxen bekommen, die besonders in der Versorgung engagiert sind - je mehr von bestimmten Kriterien sie erfĂŒllen, desto mehr zusĂ€tzliches Honorar winkt. Dabei geht es zum Beispiel um Haus- und Pflegeheimbesuche oder "bedarfsgerechte" Sprechzeiten etwa abends.

Vorstoß gegen Ungleichbehandlung

In den Bundesrat eingebracht wurde eine Initiative Niedersachsens. Eine Zwei-Klassen-Medizin sei fĂŒr Millionen gesetzlich Versicherte frustrierende RealitĂ€t, sagte Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Tag fĂŒr Tag erlebten sie, dass Privatversicherte schnell Termine bekĂ€men, wĂ€hrend sie oft wochenlang warten mĂŒssten. Die neue Bundesregierung soll daher aufgefordert werden zu prĂŒfen, wie ein "gleichberechtigter Zugang" gesichert werden kann - etwa mit einer verpflichtenden Mindestquote oder finanziellen Anreizen fĂŒr Termine fĂŒr Kassenpatienten. Über den Vorstoß beraten nun die Bundesrats-AusschĂŒsse.

"Pille danach"

Das von der LĂ€nderkammer gebilligte Gesetz regelt auch einige andere Punkte. Schon jetzt haben Frauen einen Anspruch auf eine Notfall-VerhĂŒtung mit einer "Pille danach" auf Kassenkosten, wenn es Hinweise auf sexuellen Missbrauch oder eine Vergewaltigung gibt - allerdings bisher nur bis zum 22. Geburtstag. Diese Altersgrenze fĂ€llt jetzt weg.

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