Abschiebeflug nach Bagdad mit 43 Menschen
22.07.2025 - 14:59:56Mit einem Abschiebeflug von Leipzig nach Bagdad sind am Dienstag 43 Menschen in den Irak gebracht worden. Das bestĂ€tigten das Bundesinnenministerium sowie das Migrationsministerium von ThĂŒringen, das bei der Aktion federfĂŒhrend war. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erlĂ€uterte in der «Bild»-Zeitung, er wolle «mehr Druck bei RĂŒckfĂŒhrungen, mehr Deals mit Drittstaaten und eine Durchbrechung der Schleuser-Logik».
Im Flugzeug saĂen nach Angaben aus ThĂŒringen 43 ausreisepflichtige Personen. 14 von ihnen - allesamt alleinstehende MĂ€nner, die teilweise in der Vergangenheit straffĂ€llig geworden seien - hĂ€tten zuvor in ThĂŒringen gelebt. Die ĂŒbrigen seien aus sieben anderen BundeslĂ€ndern gekommen.
Die Maschine hob um 10.52 Uhr ab, wie auf dem Portal Flightradar24 zu erkennen war. Nach Beobachtung eines dpa-Fotografen hatte die Polizei zuvor die Abfertigung des Fluges abgesichert. Die Passagiere wurden in Kleinbussen der Polizei und mit zwei gröĂeren Flughafenbussen zu der Maschine gebracht. Polizeibeamte begleiteten die Insassen einzeln die Treppe zum Flieger hinauf.
Nach Landung in der irakischen Hauptstadt durchliefen die Passagiere zunĂ€chst verschiedene Einreise-FormalitĂ€ten, wie die dpa aus dortigen Flughafenkreisen erfuhr. Bei dem Transfer hĂ€tten im Irak strikte Sicherheitsprotokolle gegolten, hieĂ es. Wohin genau die MĂ€nner nach ihrer Einreise gebracht werden sollten, wurde nicht bekannt.Â
Angespannte Sicherheitslage im Irak
Im vergangenen Jahr hat Deutschland nach Angaben des Innenministeriums 816 Iraker abgeschoben. Einige kamen zur DurchfĂŒhrung ihrer Asylverfahren in andere EU-LĂ€nder, 615 Menschen wurden direkt in den Irak gebracht. Auch im Februar dieses Jahres waren bereits 47 Menschen von Hannover aus in den Irak abgeschoben worden. Am vergangenen Freitag startete zudem am Leipziger Flughafen ein Abschiebeflug nach Afghanistan. An Bord waren nach Behördenangaben 81 StraftĂ€ter.
Die Sicherheitslage im Irak ist nach Jahrzehnten der Kriege und politischer Unruhen weiterhin angespannt. GroĂe Gefechte gibt es derzeit nicht, es kommt aber weiterhin zu Angriffen von bewaffneten Gruppen, etwa den vom Iran unterstĂŒtzten Milizen. AuĂerdem gibt es Spannungen mit den kurdischen Gruppen im Norden des Landes.
1,2 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben Vertriebene im eigenen Land und drei Millionen Menschen auf humanitĂ€re Hilfe angewiesen. Viele Heimkehrer können ihre GrundbedĂŒrfnisse nicht alleine decken. In einer Umfrage der Internationalen Organisation fĂŒr Migration (IOM) von 2023 unter heimgekehrten Migranten erklĂ€rte fast die HĂ€lfte der Befragten, dass sie innerhalb von sechs Monaten wieder aus dem Irak auswandern wollten.


