Scholz, Planen

Scholz: Planen keine Anerkennung PalÀstinas als Staat

24.05.2024 - 14:46:32

Es gebe keinen Anlass, ĂŒber eine Anerkennung der PalĂ€stinenser-Gebiete als eigenen Staat nachzudenken, so der Kanzler. Eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel sei aber das langfristige Ziel.

Die Bundesregierung plant nach Aussagen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit keine Anerkennung PalÀstinas als eigenen Staat.

Es gebe «keinen Anlass», die Anerkennung der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA) als eigenen Staat zu vollziehen, erklĂ€rte Scholz am Freitag auf Nachfrage eines Journalisten bei einer Pressekonferenz mit dem portugiesischen MinisterprĂ€sidenten LuĂ­s Montenegro. «Es gibt keine Klarheit ĂŒber das Staatsgebiet, ĂŒber alle anderen Fragen, die damit zusammenhĂ€ngen», sagte Scholz weiter. Es sei «noch nicht so weit». Was stattdessen gebraucht werde, sei «eine verhandelte Lösung zwischen Israel und den PalĂ€stinensern, die auf eine Zwei-Staaten-Lösung hinauslĂ€uft», bekrĂ€ftigte Scholz. Dazu gehöre auch eine palĂ€stinensische Autonomiebehörde, die fĂŒr die Westbank und Gaza zustĂ€ndig sei. «Aber da sind wir noch lange nicht.» Jetzt gehe es erst mal darum, «einen lĂ€ngerfristigen Waffenstillstand zu erreichen» und darum, «dass alle Beteiligten sich zur Zwei-Staaten-Lösung bekennen», betonte der Kanzler.

Spanien, Irland und Norwegen wollen PalÀstina als Staat anerkennen

In den letzten Wochen und Monaten habe sich gezeigt, dass die arabischen LĂ€nder in der Region sehr darauf hinwirken wĂŒrden, Sicherheit in der Region zu gewĂ€hrleisten. Deshalb gebe es auch Hoffnung mit Blick auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Der Weg ĂŒber «eine symbolische Anerkennung der Staatlichkeit» fĂŒhre jedenfalls nicht weiter, erklĂ€rte Scholz.

Zuvor hatten in dieser Woche Spanien, Irland und Norwegen angekĂŒndigt, PalĂ€stina Ende Mai als eigenen Staat anerkennen zu wollen. Israel hatte daraufhin empört reagiert. Portugal wird diesen Schritt nach Angaben des MinisterprĂ€sidenten Montenegro zunĂ€chst nicht gehen. Sein Land habe aber fĂŒr eine Anerkennung PalĂ€stinas als Vollmitglied bei den Vereinten Nationen gestimmt, erklĂ€rte der portugiesische Regierungschef.

Der Kanzler zum Haftbefehl gegen Netanjahu

Scholz Ă€ußerte sich auch zu den AntrĂ€gen auf Haftbefehl gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu sowie gegen den Verteidigungsminister Joav Galant, die der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Karim Khan, vor einigen Tagen gestellt hatte. Der Kanzler kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Khan die AntrĂ€ge zeitgleich mit den AntrĂ€gen auf Haftbefehle gegen die Terrororganisation Hamas gestellt habe. «Die Vergleichbarkeit weise ich und weist die Bundesregierung entschieden zurĂŒck», erklĂ€rte Scholz. Die Bundesregierung sehe dieses Vorgehen kritisch. Über den Ausgang des Verfahrens habe das Richtergremium zu entscheiden. «Das gilt es abzuwarten. Da muss und darf auch gar nicht spekuliert werden», sagte Scholz mit Blick auf eine mögliche Vollstreckung der Haftbefehle auch in Deutschland. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass bei der Entscheidungsfindung berĂŒcksichtigt werde, dass «Israel ein demokratischer Rechtsstaat mit einer starken und unabhĂ€ngigen Justiz» sei.

@ dpa.de