Daten, Ermordung

Daten zur Ermordung von Sinti und Roma werden gebĂŒndelt

03.03.2024 - 05:19:25

Es gibt etliche Studien, zahlreiche Daten und unzÀhlige Orte zur Erinnerung an die Ermordung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten. Nun soll all das online zusammengetragen werden.

In einem groß angelegten Projekt wollen Forscher das historische Wissen zur massenhaften Deportation und Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus zusammenfĂŒhren. Erste BeitrĂ€ge fĂŒr eine EnzyklopĂ€die dazu sollen 
nun online gestellt werden: Am kommenden Dienstag (5. MÀrz) wird in Berlin ein neues Portal prÀsentiert. Das Projekt wird geleitet von der Forschungsstelle Antiziganismus der UniversitÀt Heidelberg. 

Das Wissen um das Thema sei trotz bedeutender Spezialstudien auch heute noch stark fragmentiert, sagte Projektleiterin Karola Fings von der Forschungsstelle. Über das Online-Portal sollen nach ihren Angaben FachbeitrĂ€ge eingesehen werden können, die unter anderem nach Tatorten und Lebenswegen sortiert sein werden. 

Die digitale und auf Deutsch und Englisch angelegte EnzyklopĂ€die bietet neben Fotografien und einer Chronologie auch eine interaktive Karte, auf der europaweit alle Tatorte, zu denen Informationen vorliegen, verzeichnet sind. Dazu gehören Konzentrationslager ebenso wie Orte, an denen Massaker verĂŒbt wurden. 

Nach Angaben der Uni Heidelberg arbeiten mehr als 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 25 LĂ€ndern an der Sammlung. Das Projekt startete im Sommer 2020 und ist auf fĂŒnf Jahre angelegt. Es wird vom AuswĂ€rtigen Amt mit Mitteln in Höhe 
von 1,6 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, bis Ende kommenden Jahres rund 1000 FachbeitrÀge zu vereinen. 

Die Forschungsstelle Antiziganismus analysiert seit dem Sommer 2017 Themen wie die Ausgrenzung von Sinti und Roma. Als bundesweit erste und einzige Einrichtung dieser Art beschÀftigt sie sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europÀischen Gesellschaften. 

@ dpa.de