Letzte, Soldaten

Letzte Soldaten nach Mali-Einsatz zurĂŒck in Deutschland

15.12.2023 - 15:59:14 | dpa.de

Es war zuletzt der gefĂ€hrlichste Einsatz der Bundeswehr: Mehr als zehn Jahre lang hat Deutschland als Teil der UN-Mission Minusma versucht, den Frieden in Mali zu sichern. Der RĂŒckzug erfolgte vorzeitig.

  • Soldaten laufen nach der Landung ĂŒber das GelĂ€nde vom Fliegerhorst Wunstorf. - Foto: Michael Matthey/dpa
    Soldaten laufen nach der Landung ĂŒber das GelĂ€nde vom Fliegerhorst Wunstorf. - Foto: Michael Matthey/dpa
  • Soldaten verlassen nach der Landung ein Transportflugzeug auf dem Fliegerhorst Wunstorf. - Foto: Michael Matthey/dpa
    Soldaten verlassen nach der Landung ein Transportflugzeug auf dem Fliegerhorst Wunstorf. - Foto: Michael Matthey/dpa
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Die letzten Bundeswehr-Soldaten, die am UN-Einsatz im westafrikanischen Mali beteiligt waren, sind wieder in Deutschland gelandet. Mit zwei MilitÀrtransportern vom Typ A400M und einem A330MRTT flogen die 304 Soldatinnen und Soldaten aus der senegalesischen Hauptstadt Dakar nach Wunstorf bei Hannover.

Dort empfing Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sie im Beisein von Familienangehörigen zu einer WĂŒrdigung ihrer Leistungen.

In kĂŒrzerer Zeit als ursprĂŒnglich vorgesehen und unter zunehmend schwierigen Bedingungen sei der geordnete RĂŒckzug ein Erfolg, sagte Pistorius. «Am Ende waren mit den politischen VerhĂ€ltnissen in Mali die Voraussetzungen fĂŒr einen sinnvollen Einsatz einfach nicht mehr gegeben. Der Abzug war deshalb die konsequente und richtige Entscheidung», sagte der Minister.

Er betonte, die Sicherheit in der Sahel-Region sei entscheidend fĂŒr die StabilitĂ€t von ganz Afrika und habe Auswirkungen bis nach Deutschland. Terrorismus, ungesteuerter Migration und dem Zerfall von fragilen Staaten zusammen mit EU und UN entgegenzuwirken, sei daher weiterhin das Ziel: «Der Sahel ist und bleibt fĂŒr uns und fĂŒr unsere VerbĂŒndeten von zentraler Bedeutung auch in Zukunft.»

Terrorgruppen breiten sich in der Sahelzone immer wieder aus

Der UN-Friedenseinsatz Minusma in Mali war im FrĂŒhjahr 2013 geschaffen worden, um das Land zu stabilisieren und zu helfen, ein Friedensabkommen zwischen Regierung und Rebellen durchzusetzen. Allerdings breiten sich in der Sahelzone wieder islamistische Terrorgruppen aus, die teils mit Al-Kaida und der Terrorgruppe Islamischer Staat verbĂŒndet sind. Auch ein Konflikt zwischen Mali und separatistischen Tuareg-Rebellen droht erneut auszubrechen.

In diesem Sommer forderte Malis MilitĂ€rregierung dennoch den Abzug aller rund 12.000 UN-Soldaten, nachdem es seine Zusammenarbeit mit Russland ausgebaut hatte. Der UN-Sicherheitsrat brachte dann das Ende von Minusma auf den Weg. Deutschland hatte das Ende seiner Beteiligung da bereits beschlossen. Der eigentlich bis Ende Mai 2024 geplante Abzug lief ĂŒber Monate und war von einem MilitĂ€rputsch im angrenzenden Niger erschwert worden.

Mit dem Abschluss von Minusma endet nach dem RĂŒckzug aus Afghanistan der zweite große Einsatz der Bundeswehr außerhalb Europas. Der Auftrag in Mali galt zuletzt als ihr gefĂ€hrlichster Einsatz.

Pistorius: «Lage in Mali war immer gefÀhrlich»

«Die Lage in Mali war immer gefĂ€hrlich», sagte Pistorius. Mehr als 200 Blauhelm-Soldaten seien bei dem Einsatz ums Leben gekommen. Darunter waren auch zwei deutsche Piloten. Sie starben, als ihr Kampfhubschrauber vom Typ Tiger in Mali abstĂŒrzte. Zudem wurden bei einem Selbstmordanschlag 2021 insgesamt 12 deutsche Soldaten verwundet. Über die Jahre waren nach Bundeswehr-Angaben insgesamt rund 20.000 deutsche Blauhelme in dem UN-Einsatz.

FĂŒr den RĂŒckzug wurde Material im Umfang von ungefĂ€hr 1000 Containern auf dem Land-, Luft- und Seeweg nach Deutschland zurĂŒckgebracht. Darunter seien rund 120 Fahrzeuge, fĂŒnf Hubschrauber CH-53 und vier Drohnen vom Typ Heron 1. Pistorius zufolge wurde Material im Wert von fast 300 Millionen Euro aus dem Land gebracht. Etwa ein Drittel des Materials ist aus wirtschaftlichen GrĂŒnden in Mali verblieben.

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