Estland, Entzug

Estland bringt Entzug des Stimmrechts fĂŒr OrbĂĄn ins Spiel

05.04.2025 - 12:01:39

Estlands Außenminister Margus Tsahkna hat die EuropĂ€er zu einer hĂ€rteren Gangart gegenĂŒber Ungarns MinisterprĂ€sidenten Viktor OrbĂĄn aufgerufen.

Tsahkna sagte der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) mit Blick auf eine mögliche Spaltung Europas: "Bleiben wir ehrlich: Um gespalten zu sein, brĂ€uchte es zwei große Parteien. Wir haben mit Ungarn ein sehr schwaches Land, das in Putins Mannschaft mitspielt. Nicht in unserer europĂ€ischen." Tsahkna sagte, der einzige Weg, wie OrbĂĄn blockieren könne, sei bei einstimmigen Entscheidungen - etwa zur europĂ€ischen Außen- und Sicherheitspolitik.

"Es gibt jedoch in Artikel 7 des Vertrags ĂŒber die EuropĂ€ische Union die Möglichkeit, einem Mitgliedsland das Stimmrecht zu entziehen, wenn die Mitgliedschaft die Sicherheit Europas und die der anderen Mitglieder gefĂ€hrdet. Das ist also genau das, was OrbĂĄn tut." Auf die Frage, ob man nun von Artikel 7 Gebrauch machen mĂŒsse, sagte er: "Wir haben diese Möglichkeit, und ich glaube, dass sie nĂ€her und nĂ€her rĂŒckt." Tsahkna rief zudem dazu auf, eingefrorenes, russisches Vermögen einzuziehen. "Wir haben eingefrorene, immobile Vermögenswerte in Europa im Wert von 240 Milliarden und mehr. Das russische Zentralbankgeld liegt ĂŒberwiegend in Belgien." Alle sechs Monate mĂŒsse man ĂŒber die VerlĂ€ngerung der Sanktionen entscheiden. Und jedes Mal sei die Zustimmung Ungarns dafĂŒr nötig. "Sollten sie das im Juni blockieren, laufen nicht nur die Sanktionen aus, dann mĂŒssten wir Putin die 240 Milliarden Euro aushĂ€ndigen. Wie wollen die Staats- und Regierungschefs den BĂŒrgern in Europa erklĂ€ren, dass sie Putin Geld aushĂ€ndigen, das er nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen uns einsetzen will? Wir mĂŒssen also diese Vermögenswerte beschlagnahmen." Dazu gebe es eine rechtliche Möglichkeit, so der Minister. "Und wir dĂŒrfen Belgien dabei nicht alleine lassen. Wir mĂŒssen zudem sicherstellen, dass, selbst wenn es keinen einstimmigen Beschluss gibt, das Geld nicht ausgehĂ€ndigt wird. Wir können doch nicht von unseren Steuerzahlern Geld verlangen, um die Ukraine zu unterstĂŒtzen, und nicht von Russland, das der Aggressor ist."

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