Fan-Boykott und Traumtor: Bayer gewinnt Rhein-Derby
13.12.2025 - 20:22:08Erst gab es riesigen Fan-Ărger, dann ein Zaubertor: Martin Terrier hat Bayer Leverkusen mit einem Geniestreich den Weg zum 2:0 (0:0)-Sieg im emotionalen Rhein-Derby gegen Aufsteiger 1. FC Köln geebnet. Vor 30.210 Zuschauern traf der Franzose in der 66. Minute per Hacke zur 1:0-FĂŒhrung, die Robert Andrich (72.) noch ausbaute.
Mit 26 Punkten steht die Werkself nach 14 Spielen in der FuĂball-Bundesliga weiter auf Platz vier. Köln bleibt mit 16 ZĂ€hlern zunĂ€chst Neunter, kann aber am Sonntag zurĂŒckfallen.Â
FC-Fans reisen aus Protest abÂ
Den ersten Aufreger gab es schon vor dem Anpfiff. Etwa 500 FC-Fans aus der aktiven Szene boykottierten das Spiel aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu intensiven Einlasskontrollen. Die Rede war dabei auch von «Nacktkontrollen», was der Verein zunÀchst aber nicht bestÀtigen konnte.
Nach Angaben der Leverkusener seien die Einlasskontrollen im GĂ€stebereich «ruhig und ohne ZwischenfĂ€lle» verlaufen. UnabhĂ€ngig vom Spiel hĂ€tten aber polizeiliche MaĂnahmen stattgefunden, «die dazu fĂŒhrten, dass rund 500 Fans des 1. FC Köln das Stadion verlieĂen. Ăber Art und Umfang der MaĂnahmen haben wir keine Kenntnis, da Bayer 04 hier nicht involviert war», hieĂ es vom Werksclub.
Langeweile vor der Pause
Wesentlich beschaulicher ging es in der ersten Halbzeit auf dem Rasen zu. Die Hausherren, die auf ihren Top-Scorer Alejandro Grimaldo (muskulĂ€re Probleme) und StĂŒrmer Patrik Schick verzichten mussten, waren zwar von Beginn an bemĂŒht. Bis auf eine Chance fĂŒr Christian Kofane, die FC-Torwart Marvin SchwĂ€be mit einem glĂ€nzenden Reflex vereitelte, blieb die Werkself in der Offensive zunĂ€chst aber harmlos.
Kölns Trainer Lukas Kwasniok hatte mit gleich fĂŒnf OffensivkrĂ€ften mutig aufgestellt, nach vorn ging aber auch bei den GĂ€sten kaum etwas. Lediglich als Said El Mala nach 20 Minuten auf dem linken FlĂŒgel den Turbo zĂŒndete, wurde es gefĂ€hrlich. Seine flache Hereingabe konnte Luca Waldschmidt am langen Pfosten aber nicht verwerten. Waldschmidt scheiterte wenig spĂ€ter mit einem strammen Schuss an Bayer-Torwart Mark Flekken.
Leverkusen mangelte es an Ideen und der PrĂ€zision beim letzten Pass. Dabei hatte Trainer Kasper Hjulmand, der nach seiner privat bedingten Pause im Champions-League-Spiel gegen Newcastle United (2:2) wieder auf der Bank saĂ, vor dem Anpfiff noch betont: «Das ist eine super wichtige Partie fĂŒr den Verein. NatĂŒrlich wollen wir den Sieg.»
Aus dem Spiel heraus ging bei seiner Mannschaft jedoch wenig. KapitÀn Andrich setzte einen Kopfball nach einer Ecke knapp daneben, Jonas Hofmann scheiterte mit einem Distanzschuss an SchwÀbe - mehr passierte bis zur Pause nicht.
Bayer legt zu
Nach dem Wechsel wurde es deutlich lebhafter. Malik Tillman hatte nach einem Fehler von FC-Abwehrspieler Sebastian Sebulonsen plötzlich freie Bahn und hĂ€tte Bayer in FĂŒhrung bringen mĂŒssen, doch der US-Nationalspieler setzte den Ball weit ĂŒber das Kölner Tor. Wenig spĂ€ter scheiterte Kofane per Kopf an SchwĂ€be.
Auf der Gegenseite musste sich Flekken zweimal mĂ€chtig strecken - erst bei einem FreistoĂ von Sebulonsen, dann bei einem Schuss des eingewechselten Linton Maina. Dann kam der groĂe Auftritt von Terrier: Eine Flanke von Arthur bugsierte er artistisch mit der Hacke ins lange Eck. Als Andrich wenig spĂ€ter per Kopf nachlegte, war die Partie entschieden.


