Immer mehr BeschÀftigte arbeiten in Teilzeit
10.08.2023 - 00:06:35 | dts-nachrichtenagentur.deDies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, ĂŒber die die "SĂŒddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet. Demnach arbeiten inzwischen 10,2 Millionen Menschen in Teilzeit (Stand Mitte 2022).
Dies sind deutlich mehr als zehn Jahre zuvor, 2012 waren es noch 7,3 Millionen (knapp 25 Prozent) Arbeitnehmer gewesen. Bei den Frauen hat inzwischen fast jede zweite ihre Stundenzahl reduziert - allerdings meist nicht freiwillig. Trotz aller politischen BemĂŒhungen zum Ausbau der Kinderbetreuung und der Pflegeangebote arbeiten immer noch Millionen BeschĂ€ftigte in Deutschland kĂŒrzer, als sie eigentlich wollen. Seit Langem ist Teilzeit typisch fĂŒr Frauen, ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren jedoch weiter gewachsen, von 44,4 Prozent im Jahr 2012 auf 49,6 Prozent im Jahr 2022, fast jede zweite Arbeitnehmerin ist demnach nur mit verringerter Wochenarbeitszeit tĂ€tig. Bei MĂ€nnern gab es einen Anstieg auf niedrigerem Niveau von 8,6 auf 12,6 Prozent. Nur etwa ein Viertel der TeilzeitbeschĂ€ftigten gibt an, freiwillig weniger als Vollzeit zu arbeiten. Die HauptgrĂŒnde bei den Frauen: Sie betreuen Kinder (27,2 Prozent), PflegebedĂŒrftige oder Menschen mit Behinderung (17 Prozent). Gut fĂŒnf Prozent der Frauen gaben als Grund an, keine Vollzeitstelle zu finden. Die Lage verschĂ€rft den FachkrĂ€ftemangel auch in anderen Branchen, weil Frauen dort wegen der Betreuungssituation nicht oder nicht in Vollzeit arbeiten können. Die Antwort der Bundesregierung zeigt zudem: Wer in Teilzeit arbeitet, erhĂ€lt hĂ€ufiger einen Niedriglohn als BeschĂ€ftigte in Vollzeit. Und je kĂŒrzer die Teilzeit, desto hĂ€ufiger bekommen die BeschĂ€ftigten einen Niedriglohn. WĂ€hrend unter allen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten der Niedriglohnanteil 11,5 Prozent betrug, bekam auf Stellen mit weniger als 20 Wochenstunden fast jeder vierte BeschĂ€ftigte (24,6 Prozent) nur Niedriglohn. Bei einer Arbeitszeit zwischen 20 und 30 Stunden waren es 17,1 Prozent. Zur Erhebung im April 2022 lag die Schwelle zum Niedriglohn bei zwölf Euro.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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