Ex-Justizminister hĂ€lt CSU-Asylforderung fĂŒr rechtlich bedenklich
04.01.2025 - 00:00:00
"Politisch befĂŒrworte ich die ZurĂŒckweisung auch von Menschen, die an der deutschen Grenze um Asyl bitten, wenn sie aus einem anderen EU-Staat kommen, denn dort sind sie sicher", sagte Buschmann dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). "Rechtlich haben deutsche Gerichte aber seit 2019 immer wieder entschieden, dass das nicht zulĂ€ssig sei."
Das sei in der Wissenschaft ebenfalls umstritten, sagte der ehemalige Justizminister.
"Daher halte ich eine völker- und europarechtliche Ănderung der Rechtslage fĂŒr zwingend." Als Justizminister der Ampelkoalition hatte Buschmann vorgeschlagen, die von der Union geforderten ZurĂŒckweisungen zunĂ€chst an einem eingeschrĂ€nkten Grenzabschnitt zu prĂŒfen, um mögliche Rechtsstreitigkeiten zu verhindern. Irritiert zeigte sich Buschmann ĂŒber die Forderung von CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz nach Abschiebungen nach zwei Straftaten. "Das hat mich etwas verwundert. Denn das geltende Recht ermöglicht schon jetzt Abschiebungen in vielen FĂ€llen bereits nach der ersten Straftat", sagte Buschmann. Ăber eine Ausweitung dieser Regelung könne man aber sprechen.


