FlyDubai, Kopilot-Angriff

FlyDubai-Kopilot nach Angriff auf Kapitän identifiziert

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 08:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der omanische Kopilot wurde nach dem Angriff auf den Kapitän in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt. Dort prüfen israelische, saudische und emiratische Behörden Motiv, Ablauf und mögliche Hintermänner.

Kopilot von FlyDubai-Anschlag identifiziert
Hier sollte das Flugzeug landen: Flughafen Ben Gurion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Kopilot eines FlyDubai-Fluges von Dubai nach Tel Aviv ist nach dem Angriff auf den Flugkapitän identifiziert worden. Der omanische Staatsbürger wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt, wo israelische, saudische und emiratische Behörden ihn befragen.

Angriff im Cockpit und Notlandung

Der Kopilot soll den Kapitän am Mittwoch mit einem Messer oder einer im Cockpit vorhandenen Axt angegriffen und versucht haben, die Maschine zum Absturz zu bringen. Der Kapitän konnte den Angriff abwehren, die Cockpittür entriegeln und damit Passagieren ermöglichen, den Kopiloten zu überwältigen.

Zwei außer Dienst befindliche Piloten übernahmen anschließend die Kontrolle über das Flugzeug. Die Maschine landete notfallmäßig im saudi-arabischen Tabuk.

Frühere Tätigkeit bei Oman Air

Nach Angaben des US-Senders CBS News arbeitete der Kopilot früher bei Oman Air. Während dieser Zeit soll er radikale Websites besucht haben und deshalb auf einen Büroarbeitsplatz versetzt worden sein.

Der Mann verließ Oman Air demnach 2024 und wurde später von FlyDubai eingestellt. Eine Überprüfung durch die omanische Regierung soll dabei nicht erfolgt sein. Er ist omanischer Staatsbürger, lebte jedoch den größten Teil seines Lebens außerhalb des Landes; seine Mutter ist Syrerin, sein Vater Omaner.

Ermittlungen zum Motiv

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, der Kopilot sei islamistisch radikalisiert worden und habe das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz bringen wollen. Die Ermittler prüfen, ob er im Auftrag anderer handelte.

Beim Tatmittel widersprechen sich die bisherigen Darstellungen: Während manche Quellen von einem Messer sprechen, nennen andere eine Axt. Der Kopilot wurde nach der Landung zunächst in Saudi-Arabien festgehalten und anschließend in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt.

Der Vorfall verbindet drei Ebenen: die Sicherheit im Cockpit, die internationale Zuständigkeit und die politische Bewertung eines möglichen Anschlags. Der Flug startete in Dubai, sollte nach Tel Aviv führen und landete nach dem Angriff in Tabuk. Damit sind neben der Fluggesellschaft und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Saudi-Arabien, Israel und Oman berührt.

Besondere Bedeutung hat die Tatsache, dass der Kapitän trotz seiner Verletzungen die Cockpittür öffnen konnte. Passagiere überwältigten den Kopiloten, während zwei weitere Piloten an Bord die Kontrolle übernahmen. Nach Angaben von Flightradar24 verlor die Boeing 737 innerhalb etwa einer Minute rund 4.900 Meter an Höhe. Die sichere Landung verhinderte damit eine mögliche Katastrophe, zugleich wirft der Ablauf Fragen zur Auswahl, Überprüfung und laufenden Kontrolle von Flugpersonal auf.

Ermittlungen und politische Folgen

Die Vereinigten Arabischen Emirate führen die Ermittlungen, weil die Maschine dort registriert ist. Der Kopilot wurde aus Saudi-Arabien in die Emirate überstellt und soll dort von Behörden mehrerer Staaten befragt werden. Im Mittelpunkt stehen sein Motiv, mögliche Unterstützer und die Frage, ob der Angriff allein geplant wurde.

Israel bewertet den Angriff als islamistisch motivierten Anschlagsversuch. Diese politische Einordnung prägt die Debatte, während die Ermittler den konkreten Ablauf und mögliche organisatorische Versäumnisse klären müssen. Für Reisende zeigt der Fall zugleich, dass die Sicherheitskonzepte der Luftfahrt nicht nur gegen äußere Bedrohungen, sondern auch gegen Gewalt innerhalb der Besatzung ausgelegt sein müssen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Flydubai-Flug: Pilot nach Angriff im stabilen Zustand“ (01.10.2026)

Der Beitrag bestätigt den Angriff im Cockpit, die Notlandung in Tabuk und die Überstellung des Kopiloten in die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Schwerpunkt stehen der Gesundheitszustand des Kapitäns, der starke Höhenverlust und die weiterhin zu klärenden Hintergründe.

tagesschau: „Verletzter Flydubai-Pilot schildert erstmals Angriff im Cockpit“ (03.10.2026)

Der Bericht bestätigt den Angriff und ergänzt die Schilderung des verletzten Kapitäns. Anders als der ZDF-Beitrag legt er den Schwerpunkt auf den Stand der Ermittlungen, mögliche Sicherheitsbedenken im beruflichen Werdegang des Kopiloten und die Folgen für den Flugverkehr zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel.

Übereinstimmend wird von einem Angriff, einem raschen Höhenverlust, der Notlandung in Tabuk und Ermittlungen in den Emiraten berichtet. Offen bleiben insbesondere das genaue Tatmittel, das Motiv und die Frage, ob weitere Personen oder Organisationen beteiligt waren.

Disclaimer...

de | politik | 70219563 |