Forsa-Ranking: Merz fällt mit 21 Punkten hinter Weidel zurück
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 18:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist im aktuellen Forsa-Politiker-Ranking erstmals hinter AfD-Chefin Alice Weidel zurückgefallen. Merz verliert gegenüber Mai vier Vertrauenspunkte und kommt auf 21 Punkte, während Weidel 22 Punkte erreicht.
Das Ranking wurde für RTL und ntv erstellt und basiert auf Angaben von 1.504 Befragten, die zwischen dem 23. und 25. September 2026 befragt wurden.
Pistorius bleibt an der Spitze
Wie in den vorherigen Erhebungen führt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) das Ranking an. Er erreicht 55 Vertrauenspunkte und liegt damit deutlich vor der erstmals berücksichtigten Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), sowie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), die jeweils auf 50 Punkte kommen.
Wüst verbessert sich gegenüber Mai um drei Punkte. Cem Özdemir (Grüne) folgt mit 46 Punkten auf Rang vier. Johann Wadephul (CDU) und Markus Söder (CSU) erreichen jeweils 39 Punkte; Söder legt damit vier Punkte zu.
Reiche und Chrupalla am Ende
Auf den weiteren Plätzen folgen Thorsten Frei (CDU) mit 34 Punkten und Alexander Dobrindt (CSU) mit 33 Punkten. Matthias Miersch (SPD) und Felix Banaszak (Grüne) kommen jeweils auf 31 Punkte.
Heidi Reichinnek (Linke), Lars Klingbeil (SPD) und Carsten Linnemann (CDU) erreichen jeweils 30 Punkte. Ines Schwerdtner (Linke) kommt auf 28 Punkte, Franziska Brantner (Grüne) und Bärbel Bas (SPD) auf jeweils 27 Punkte. Das Schlusslicht bilden Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und AfD-Co-Chef Tino Chrupalla mit jeweils 20 Punkten.
Bewertung auf einer Skala bis 100
Die Befragten bewerteten die Politiker anhand einer Skala von 0 bis 100. Bei 17 der 18 Politiker, die bereits im Mai im Ranking berücksichtigt worden waren, verbesserten sich die Vertrauenswerte oder blieben unverändert.
Das Forsa-Ranking misst kein Wahlergebnis und keine direkte Zustimmung zur Bundesregierung. Es erfasst vielmehr, wie viel Vertrauen Befragte einzelnen Politikerinnen und Politikern auf einer Skala von 0 bis 100 entgegenbringen. Ein Abstand von einem Punkt – wie zwischen Alice Weidel und Friedrich Merz – ist deshalb klein, markiert im aktuellen Vergleich aber eine bemerkenswerte Verschiebung.
Der Rückgang des Bundeskanzlers fällt zudem aus dem Muster der Erhebung heraus: Bei 17 der 18 bereits im Mai bewerteten Politiker verbesserten sich die Werte oder blieben stabil. Gleichzeitig bleibt Merz deutlich hinter den Spitzenwerten von Boris Pistorius, Manuela Schwesig und Hendrik Wüst zurück. Das Ranking bildet damit eine breite Streuung innerhalb der politischen Führung ab und zeigt, dass Bekanntheit allein nicht mit hohem Vertrauen gleichzusetzen ist.
Was die Werte politisch bedeuten
Für die Bundesregierung ist vor allem die Position des Kanzlers relevant. Ein niedriger Vertrauenswert kann die öffentliche Wahrnehmung seiner Amtsführung belasten, sagt aber nicht unmittelbar voraus, wie sich Parteien oder einzelne Kandidaten bei einer Wahl entwickeln. Dafür wären unter anderem aktuelle Sonntagsfragen, Themenpräferenzen und die langfristige Bewertung der Regierungsarbeit entscheidend.
Die Platzierung Weidels vor Merz bedeutet ebenfalls nicht, dass eine Mehrheit der Befragten die AfD-Chefin unterstützt. Sie zeigt ausschließlich, dass sie in dieser Vertrauensmessung einen Punkt mehr erreicht. Aussagekräftiger ist der Abstand zur Spitze: Pistorius liegt mit 55 Punkten 33 Punkte vor Weidel und 34 Punkte vor Merz.
Bewertung der Erhebung
Befragt wurden 1.504 Personen zwischen dem 23. und 25. September 2026. Wie bei einzelnen Umfragen üblich, können Stichprobe, Befragungszeitraum und aktuelle politische Ereignisse die Werte beeinflussen; belastbare Trends entstehen erst durch mehrere Erhebungen über längere Zeit.
