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FPÖ präsentiert Handwerks-Paket gegen Wirtschaftsflaute

30.04.2026 - 15:27:34 | boerse-global.de

Die FPÖ fordert steuerfreie Zuverdienste bis 15.000 Euro und flexiblere Arbeitszeiten, um das Handwerk zu stärken. Die Bauwirtschaft kämpft derweil mit massiven Umsatzeinbrüchen.

FPÖ präsentiert Handwerks-Paket gegen Wirtschaftsflaute - Foto: über boerse-global.de
FPÖ präsentiert Handwerks-Paket gegen Wirtschaftsflaute - Foto: über boerse-global.de

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat ein weitreichendes Maßnahmenpaket zur Förderung des heimischen Handwerks und der Fachkräfteausbildung vorgestellt. Die Forderungen zielen auf massive steuerliche Entlastungen und strukturelle Reformen im Ausbildungssystem ab. Hintergrund sind stagnierende Wirtschaftszahlen und eine kriselnde Bauwirtschaft.

Steuerfreie Zuverdienste bis 15.000 Euro gefordert

Die freiheitlichen Abgeordneten Dagmar Belakowitsch und Christian Pfeifer betonten die Notwendigkeit, handwerkliche Arbeit wieder attraktiver zu machen. Ihr zentrales Element: die Anhebung der jährlichen Grenze für steuerfreie Zuverdienste von 730 Euro auf 15.000 Euro.

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Damit solle ein wirksamer Anreiz gegen den akuten Fachkräftemangel entstehen. Die FPÖ übte scharfe Kritik an der Regierungspolitik, die das Handwerk und die Lehrberufe abwerte. Ein deutliches Warnsignal: Die Lehrlingszahlen haben sich in Österreich seit 1980 halbiert.

4-Tage-Woche und flexible Arbeitszeitmodelle

Neben der finanziellen Besserstellung fordert die FPÖ eine generelle Aufwertung der Lehre. Das Handwerk müsse durch gezielte Förderungen und eine Imagekampagne wieder als tragende Säule der Wirtschaft positioniert werden. Zudem sprachen sich Belakowitsch und Pfeifer für flexiblere Arbeitszeitmodelle aus – inklusive einer freiwilligen 4-Tage-Woche.

Bauwirtschaft im freien Fall

Die politischen Forderungen treffen auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Die Wifo-Schnellschätzung für das erste Quartal 2026 beziffert das reale BIP-Wachstum auf lediglich 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich sind es 0,6 Prozent.

Während die Industrie mit 0,4 Prozent leicht wuchs, brach die Bauwirtschaft um 0,5 Prozent ein. Besonders dramatisch: Die Umsätze im Bausektor stürzten im Jänner 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,8 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro ab.

Produzierender Bereich verliert an Kraft

Der gesamte produzierende Bereich – über 82.000 Unternehmen mit mehr als 930.000 Beschäftigten – verzeichnete im Jänner einen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl sank um 1,8 Prozent, die geleisteten Arbeitsstunden sogar um 4,4 Prozent.

Experten sehen die wirtschaftliche Erholung als verhalten an. Externe Faktoren wie internationale Konflikte beeinflussten das Quartalsergebnis teilweise mit.

Koalitionsstreit um Spritpreisbremse

Zusätzliche Unsicherheit herrscht über die Fortführung der Spritpreisbremse. Die bestehende Verordnung, die die Preise um bis zu 13 Cent pro Liter dämpfte, ist heute ausgelaufen.

Innerhalb der Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS herrscht Uneinigkeit. Die SPÖ beharrt auf einer Beibehaltung der Margenbegrenzung von 5 Cent. ÖVP und NEOS streben eine Reduzierung auf 2 Cent an. Die NEOS drängen auf ein endgültiges Auslaufen im Frühsommer.

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Die Verhandlungen am gestrigen Mittwoch blieben ohne Ergebnis. Auch heute gelten die Gespräche laut Insidern als festgefahren.

Doppelbudget sorgt fĂĽr ZĂĽndstoff

Die Diskussion um Leistungsförderung steht im Kontext des geplanten Doppelbudgets für 2027 und 2028. Die Regierung verteidigt darin enthaltene Sparmaßnahmen: die Wiedereinführung der Partnereinkommens-Anrechnung bei der Notstandshilfe, die Streichung der Steuerbegünstigung für E-Firmenwagen und eine höhere Alkoholsteuer auf harte Getränke.

Kritiker wie die Industriellenvereinigung Wien bezeichnen die Budgetpläne als perspektivlos. Sie fordern stattdessen tiefgreifende Strukturreformen in Verwaltung und Pensionssystem.

Familienbonus: Nächster Konflikt

Auch bei der Familienförderung zeichnen sich Konflikte ab. Der Familienbonus soll künftig nur noch in vollem Umfang gewährt werden, wenn beide Elternteile ab dem dritten Lebensjahr des jüngsten Kindes berufstätig sind. Die FPÖ kritisiert dies als zusätzliche Belastung für Familien.

Die Regierung verweist auf massive investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung – jährlich 300 Millionen Euro zusätzlich.

Wachsende Kluft zwischen Opposition und Regierung

Die Forderungen der FPÖ nach einer massiven Anhebung der Zuverdienstgrenzen verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen Oppositionsstrategien und Regierungskurs. Während die Freiheitlichen auf direkte steuerliche Anreize setzen, konzentriert sich das Kabinett auf die Sanierung des Bundeshaushalts durch Streichung von Privilegien.

Die Lage im Handwerk ist symptomatisch für die strukturellen Probleme der Wirtschaft. Der massive Umsatzrückgang im Bauwesen zeigt: Traditionelle Wachstumsmotoren stocken. Dass die Zahl der Lehrlinge über Jahrzete drastisch gesunken ist, erschwert eine rasche Erholung zusätzlich.

Ausblick: Budgetrede am 10. Juni

Die politische Aufmerksamkeit wird sich in den nächsten Wochen auf die Budgetrede am 10. Juni richten. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die Koalitionspartner noch einen Kompromiss bei der Spritpreisbremse finden.

Für den produzierenden Bereich wird entscheidend sein, ob die leichten Zuwächse in der Industrie eine nachhaltige Trendwende einläuten können. Die Prognosen für Bundesländer wie Tirol – mit erwartetem Wachstum von 0,5 Prozent für 2025 und 1,4 Prozent in der Kernindustrie – geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Wirtschaftsvertreter fordern weiterhin Entlastung von bürokratischen Hürden. Nur so lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen sichern.

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