Malaria Frankfurt, Flughafen-Schwanheim

Frankfurt Flughafen-Malaria: Bewohner in Schwanheim gestorben – bereits drei Tote im Umfeld des Airports

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Bewohner des Frankfurter Stadtteils Schwanheim ist an Malaria gestorben, die Behörden gehen von einer seltenen Flughafen-Malaria aus. Damit steigt die Zahl der Malaria-Todesfälle im Zusammenhang mit dem Flugverkehr in Frankfurt in diesem Jahr auf drei.

  • Es gibt nun einen weiteren Malaria-Todesfall in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
    Es gibt nun einen weiteren Malaria-Todesfall in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
  • Schwanheim liegt in der Nähe des Flughafens.  - Bild: Boris Roessler/dpa
    Schwanheim liegt in der Nähe des Flughafens. - Bild: Boris Roessler/dpa
Es gibt nun einen weiteren Malaria-Todesfall in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa Schwanheim liegt in der Nähe des Flughafens.  - Bild: Boris Roessler/dpa

Ein Bewohner des Frankfurter Stadtteils Schwanheim ist an Malaria gestorben, die Stadt Frankfurt geht von einem Fall sogenannter Flughafen-Malaria aus.

Dritter Malaria-Todesfall im Zusammenhang mit Flugverkehr

Nach Angaben der Stadt wohnte der Verstorbene in Schwanheim, einem Stadtteil in der Nähe des Flughafens. Frankfurt hatte am Dienstag über zwei Malaria-Fälle in Schwanheim berichtet. Mit dem nun bestätigten Todesfall steigt die Zahl der Malaria-Toten im Zusammenhang mit dem Flugverkehr in Frankfurt in diesem Jahr auf drei. Bereits im Sommer hatten sich sechs Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport mit Malaria infiziert, zwei von ihnen starben.

Behörden gehen von eingeschleppter Mücke aus

Das Gesundheitsamt Frankfurt und die Universitätsmedizin sprachen den Angehörigen des Verstorbenen ihr Mitgefühl aus. Nach Einschätzung des Gesundheitsamts infizierten sich die beiden betroffenen Personen in Schwanheim über eine Anopheles-Mücke, die mit einem Flugzeug nach Frankfurt gelangt sein soll. Die Behörde ordnet die Fälle als Flughafen-Malaria ein. Es handele sich um die gefährliche Form Malaria tropica.

Kein Aufenthalt in Malaria-Gebieten

Beide Erkrankte hatten zuvor nach städtischen Angaben kein Malaria-Gebiet bereist und nicht am Flughafen gearbeitet. Angaben zum Geschlecht machten die Behörden nicht. Zum Zustand der zweiten Person liegen zunächst keine weiteren Informationen vor; beide werden laut Gesundheitsamt stationär behandelt. Das Robert Koch-Institut hält in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin fest, dass die Betroffenen in unterschiedlichen Haushalten lebten und die Infektionen rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt auftraten.

Behörden rufen zu Wachsamkeit bei Fieber auf

Seit Anfang der Woche sind dem Gesundheitsamt keine weiteren Malaria-Fälle gemeldet worden. Ärztinnen und Ärzte werden gebeten, bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Fieber auch ohne Reiseanamnese in ein Malaria-Gebiet eine Malaria-Erkrankung in Betracht zu ziehen. Dies gelte insbesondere für Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort aufhalten oder in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen. Bürgerinnen und Bürger in der Umgebung des Flughafens werden aufgefordert, bei entsprechenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen und auf den Wohnort nahe dem Flughafen hinzuweisen. Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt nach Angaben der Stadt sieben bis 15 Tage, eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Stadt sieht Risiko in Frankfurt als gering

Zur Vorsorge rät die Stadt Frankfurt zu Mückenschutz mit Sprays, dichter Kleidung und Fliegengittern. Die Gefahr einer Malaria-Infektion sei für die Bevölkerung in der Stadt insgesamt als sehr gering anzusehen, da die klimatischen Bedingungen in Deutschland für den vollständigen Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger ungünstig seien. Fälle von Flughafen-Malaria, bei denen sich Menschen im Umfeld eines Flughafens infizieren, werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland als sehr selten eingestuft.

Weitere Untersuchungen zum Zusammenhang der Fälle

Ob ein direkter Zusammenhang zwischen den aktuellen Fällen in Schwanheim und den früheren Infektionen bei Fraport-Beschäftigten besteht, wird weiter untersucht. Spezialuntersuchungen im Labor sollen zeigen, ob die Infektionen auf eine gemeinsame Erregerquelle zurückgehen. Die Auswertung dieser Analysen wird nach Angaben des Gesundheitsamts mehrere Wochen dauern. Am Flughafen sind Mückenfallen aufgestellt, um mögliche Vorkommen übertragungsfähiger Anopheles-Mücken zu erfassen; dieses Monitoring soll auf das Wohnumfeld der beiden Fälle in Schwanheim ausgeweitet werden.

Seltene Flughafen-Malaria wirft Fragen zur Sicherheit auf

Der Todesfall eines Bewohners im Frankfurter Stadtteil Schwanheim macht deutlich, wie ungewöhnlich, aber ernst zu nehmen sogenannte Flughafen-Malaria ist. Obwohl Malaria typischerweise in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt, kann die Krankheit auch in Mitteleuropa auftreten, wenn infizierte Anopheles-Mücken mit Flugzeugen eingeschleppt werden und Menschen in der Umgebung eines Flughafens stechen. Die Frankfurter Fälle zeigen, dass dieses theoretisch bekannte Risiko konkret werden kann, selbst bei Personen ohne Reise in klassische Malaria-Gebiete.

Gesundheitsschutz am Flughafen und im Umfeld

Der Hinweis der Behörden auf Mückenschutz und erhöhte Aufmerksamkeit für unklare Fiebersymptome ist vor diesem Hintergrund von praktischer Bedeutung. Für Beschäftigte am Flughafen und Anwohner im Umfeld bedeutet dies, auf Insektenschutz wie Sprays, lange Kleidung und Fliegengitter zu achten und ungewöhnliche Krankheitsverläufe frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Dass die Stadt Mückenfallen nicht nur am Flughafen, sondern auch im Wohnumfeld der Betroffenen aufstellt, verweist auf einen verstärkten Versuch, potenziell übertragungsfähige Anopheles-Mücken zu erfassen und damit weitere Infektionen zu verhindern.

Geringes Risiko, aber hohe Konsequenzen einzelner Fälle

Die Behörden betonen, dass das generelle Risiko für die Bevölkerung aufgrund der klimatischen Bedingungen und der fehlenden menschlichen Übertragbarkeit weiterhin als gering einzustufen ist. Gleichzeitig verdeutlichen drei Todesfälle im Zusammenhang mit Malaria rund um den Flughafen Frankfurt innerhalb eines Jahres, dass einzelne Infektionen schwere Verläufe haben können. Für Leserinnen und Leser im Rhein-Main-Gebiet bedeutet dies: Es besteht kein Anlass zur Panik, aber ein klarer Anlass zur Aufmerksamkeit. Wer in Flughafennähe lebt oder arbeitet und in den vergangenen Wochen Fieber entwickelt hat, sollte ärztlichen Rat einholen und den Aufenthaltsort im Umfeld des Flughafens ausdrücklich angeben.

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