Klimaforscherin, PlÀne

Klimaforscherin plĂ€diert fĂŒr PlĂ€ne zum Schutz vulnerabler Gruppen

21.12.2023 - 00:01:00

Friederike Otto, Leitautorin des aktuellen Sachstandsberichtes des Weltklimarats, hat zur Erarbeitung von AktionsplĂ€nen aufgerufen, mit denen auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen vor Extremwetterereignissen geschĂŒtzt werden können.

"Klimawandel bedeutet nicht, dass es irgendwann irgendwo 1,5 oder 2 Grad wÀrmer wird, sondern dass es vor Ort, also bei mir zu Hause, zu extremen Ereignissen kommen kann", sagte sie dem "Stern" (Donnerstagausgabe). Als konkretes Beispiel nannte sie die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021.

Otto erklĂ€rte, dass es fĂŒr FĂ€lle wie diesen lebensnotwendig sei, einen Plan zu haben, wie man etwa Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung nicht mehr laufen können, aus HĂ€usern evakuiere. Doch auch im reichen Deutschland fehle es in vielen Kommunen an AktionsplĂ€nen, um gerade Ältere oder SchwĂ€chere zu schĂŒtzen. Weltweit seien Arme hĂ€rter vom Klimawandel betroffen als Reiche, Frauen stĂ€rker als MĂ€nner. Ob eine Hitzewelle oder eine Flut zur tödlichen Katastrophe wird, hĂ€nge nicht allein von den Temperaturen und Wassermassen ab, sondern auch von der Verletzlichkeit einer Gesellschaft. "Gleichberechtigung macht eine Gesellschaft widerstandsfĂ€higer im Klimawandel", sagte Otto. Allein durch den Zugang zu Information und durch gute FrĂŒhwarnsysteme könnten viele Menschenleben gerettet werden. Otto lehrt als Physikerin Klimawissenschaft am Imperial College London. Sie hat die sogenannte "Attributionsforschung" maßgeblich mit entwickelt. Damit lĂ€sst sich berechnen, welchen Anteil der Klimawandel an extremen Wetterereignissen hat. Die Wissenschaftliche Fachzeitschrift "Nature" zĂ€hlte sie zu den zehn weltweit wichtigsten Wissenschaftlern.

@ dts-nachrichtenagentur.de