Friedrich Merz, Forsa-Umfrage

Friedrich Merz: 61 Prozent der UnionsanhÀnger unzufrieden

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Nur elf Prozent der Deutschen bewerten die Arbeit des Kanzlers positiv. Besonders schwer wiegen die wachsenden Zweifel in den eigenen Reihen und die Erwartungen an ein vorzeitiges Ende der Amtszeit.

Unzufriedenheit mit Merz unter UnionsanhÀngern erreicht Höchststand
Friedrich Merz am 12.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Umfragewerte in der Union

  • Bei einer Forsa-Erhebung fĂŒr RTL und ntv sind 61 Prozent der CDU- und CSU-AnhĂ€nger mit Merz unzufrieden.
  • Nur elf Prozent der BundesbĂŒrger glauben, dass Merz seine Partei noch im Griff hat; 83 Prozent sehen das anders.
  • Unter den UnionsanhĂ€ngern halten 69 Prozent Merz fĂŒr nicht mehr fĂŒhrungsstark in der eigenen Partei.
  • 65 Prozent der BundesbĂŒrger erwarten, dass seine Kanzlerschaft vor dem Ende der Legislaturperiode 2029 endet.

Bei den Zufriedenheitswerten fĂŒr Bundeskanzler Friedrich Merz zeichnet sich weiterhin keine Verbesserung ab. Laut einer Forsa-Erhebung fĂŒr RTL und ntv sind elf Prozent der BundesbĂŒrger mit seiner Arbeit zufrieden, wĂ€hrend 87 Prozent sie unzufrieden bewerten.

Eigene AnhÀnger wenden sich ab

Auch unter den AnhĂ€ngern von CDU und CSU ist die Unzufriedenheit so groß wie bislang nicht. 61 Prozent Ă€ußern sich negativ ĂŒber die Arbeit des Kanzlers.

Gleichzeitig bezweifeln viele Befragte, dass Merz seine Partei noch kontrolliert. Nur elf Prozent der BundesbĂŒrger teilen diese EinschĂ€tzung, 83 Prozent widersprechen ihr.

Zweifel an der ParteifĂŒhrung

Unter den UnionsanhÀngern fÀllt das Urteil ebenfalls deutlich aus: 69 Prozent sind der Ansicht, Merz habe seine Partei nicht mehr im Griff. Nur 25 Prozent sehen das anders.

Damit betreffen die schlechten Werte sowohl die persönliche Arbeitszufriedenheit als auch die wahrgenommene FĂŒhrungsfĂ€higkeit innerhalb der Union.

Mehrheit erwartet vorzeitiges Ende

Nur 31 Prozent der BundesbĂŒrger rechnen damit, dass Merz bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 Bundeskanzler bleibt. 65 Prozent erwarten dagegen ein vorzeitiges Ende seiner Amtszeit.

Bei den AnhĂ€ngern von Union und GrĂŒnen geht jeweils die HĂ€lfte davon aus, dass Merz bis 2029 im Amt bleibt. Unter den AnhĂ€ngern von SPD, Linken und AfD erwarten dagegen Mehrheiten ein vorzeitiges Ende seiner Kanzlerschaft.

Die Forsa-Werte zeichnen ein ungewöhnlich breites Akzeptanzproblem fĂŒr Friedrich Merz: Die Unzufriedenheit beschrĂ€nkt sich nicht auf die Gesamtbevölkerung, sondern erreicht auch innerhalb der eigenen politischen AnhĂ€ngerschaft einen Höchststand. Damit berĂŒhrt die Erhebung zugleich die persönliche Zustimmung zum Kanzler und die Frage, ob er seine Partei politisch zusammenhalten kann.

Regierung und Union unter Druck

Die Umfrage steht im Kontext einer angespannten Lage der Union. Zuvor hatten schwache Ergebnisse bei mehreren Landtagswahlen, Umfragewerte unter 20 Prozent und eine FĂŒhrungsklausur die Debatte ĂŒber den Kurs der CDU verstĂ€rkt. Zugleich wird die schwarz-rote Koalition mit sinkender Zustimmung, Reformstau und der Aufgabe konfrontiert, Vertrauen in der Bevölkerung zurĂŒckzugewinnen.

FĂŒr Merz ist besonders relevant, dass die Zweifel unter CDU- und CSU-AnhĂ€ngern stĂ€rker werden. Die Frage nach dem RĂŒckhalt in der eigenen Partei kann politische Vorhaben erschweren, weil Kanzler und ParteifĂŒhrung auf Geschlossenheit bei Gesetzesprojekten, Haushaltsentscheidungen und WahlkĂ€mpfen angewiesen sind.

Folgen fĂŒr die politische StabilitĂ€t

Die Erwartungen an ein vorzeitiges Ende der Kanzlerschaft sind zunĂ€chst ein Stimmungsbild und keine Prognose ĂŒber einen tatsĂ€chlichen Regierungswechsel. Sie zeigen jedoch, dass ein erheblicher Teil der Befragten die politische StabilitĂ€t der laufenden Legislaturperiode infrage stellt. Entscheidend wird sein, ob die Regierung bei zentralen Reformen erkennbare Ergebnisse erzielt und ob Merz den innerparteilichen RĂŒckhalt zurĂŒckgewinnt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ntv: „Eine Flucht nach vorn, die fĂŒnf Milliarden Euro kostet“ (12.10.2026)

Der Beitrag ordnet die aktuelle politische Lage von Friedrich Merz ein und verweist auf ein Absinken der Unionsparteien auf 19 Prozent im RTL-ntv-Trendbarometer. Damit setzt er einen Schwerpunkt auf die Parteistrategie und die politischen Kosten der Regierungspolitik.

ZDFheute: „CDU-Klausur nach Wahl-Debakel: Friedrich Merz in schwerer Krise“ (11.10.2026)

Der Artikel beschreibt die CDU nach drei verlorenen Landtagswahlen, niedrigen Umfragewerten und einer FĂŒhrungsklausur als besonders unter Druck. Anders als die Forsa-Erhebung konzentriert sich der Beitrag auf die parteiinternen Konsequenzen und mögliche Auswege.

Beide BeitrĂ€ge verbinden die schwache Zustimmung mit einer angespannten Lage der Union. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei der strategischen Reaktion der ParteifĂŒhrung und bei den innerparteilichen Folgen; offen bleibt, ob daraus konkrete personelle oder politische Konsequenzen entstehen.

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