Deutschland, Gesundheit

Lauterbach: Kassenbeiträge werden 2024 steigen müssen

13.06.2023 - 07:43:54 | dpa.de

Für 2024 erwarten die gesetzlichen Krankenkassen eine Finanzierungslücke bis zu sieben Milliarden Euro. Ohne Steuerzuschüsse dürfte das nicht ohne Auswirkung auf die Beiträge bleiben.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, spricht auf einer Pressekonferenz. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet angesichts des Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit leicht steigenden Beiträgen. «Finanzminister Christian Lindner hat klar gemacht, dass die Steuerzuschüsse an die Gesetzliche Krankenversicherung nicht erhöht werden können», sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). «Mit mir wird es keine Leistungskürzungen geben. Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung wird daher im nächsten Jahr erneut leicht steigen müssen.»

Die gesetzlichen Krankenversicherungen erwarten nach abgesicherten Finanzen 2023 wieder ein Defizit im nächsten Jahr. Der Spitzenverband rechnet mit einer Lücke zwischen 3,5 Milliarden und 7 Milliarden Euro. Ohne Maßnahmen zum Gegensteuern würde daraus rechnerisch ein Anstieg beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten resultieren.

Defizit - aber nicht so hoch

Er gehe nicht davon aus, dass das Defizit bei 7 Milliarden Euro liegen werde, sagte Lauterbach. «Trotzdem wird es wohl ein Defizit geben.» Forderungen nach einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze erteilte er eine Absage. Bis zur Beitragsbemessungsgrenze ist das Einkommen eines Beschäftigten beitragspflichtig, alles darüber ist beitragsfrei. Der Wert liegt in diesem Jahr bei 59.850 Euro im Jahr (4987,50 Euro im Monat).

Bereits für dieses Jahr war eigentlich ein Minus von 17 Milliarden Euro erwartet worden, die Regierung hatte aber im vergangenen Herbst mit einem Finanzpaket mit verschiedenen Maßnahmen gegengesteuert. Der offiziell erwartete durchschnittliche Zusatzbeitragssatz war von 1,3 auf 1,6 Prozent angehoben worden. Die Zusatzbeiträge kommen zu dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent vom Einkommen hinzu, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Letztlich kann den Zusatzbeitrag jede Kasse je nach ihrer Finanzlage selbst festlegen.

Im vergangenen Jahr hatten die 96 Krankenkassen noch einen Überschuss von rund 451 Millionen Euro ausgewiesen. Aber auch da waren die Ausgaben bereits um 4,4 Prozent gestiegen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
politik | 63787886 |

Weitere Meldungen

US-Zölle: Pharmabranche fürchtet um europäische Standorte. Denn die US-Zölle sind nicht nur eine Einnahmequelle für Washington. Sie sollen auch Pharmakonzerne in die Vereinigten Staaten locken. Hersteller sehen Risiken für Produktion, Forschung und Patienten. (Wirtschaft, 03.04.2026 - 12:50) weiterlesen...

«Kein Handy im Kinderwagen»: Prien drängt Ärzte zur Beratung. Die Familienministerin aber meint: Man muss viel früher ansetzen. Gegen die Risiken von zu viel Bildschirmzeit wird auch in Deutschland ein Social-Media-Verbot für Kinder diskutiert. (Unterhaltung, 03.04.2026 - 10:54) weiterlesen...

Patientenakte-App soll bei Terminbuchung helfen. Doch viele nutzen sie nicht aktiv. Die allermeisten Versicherten haben inzwischen auch digitale Akten für Behandlungsdaten. (Politik, 02.04.2026 - 16:02) weiterlesen...

Heimbetreiber in Schieflage? Mehrere Bundesländer betroffen. Vor allem in einem Heim bei Hannover hatte das für die Patienten drastische Auswirkungen. Ein Pflegeheimbetreiber soll finanzielle Probleme haben. (Unterhaltung, 02.04.2026 - 13:27) weiterlesen...

Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro. Eine detaillierte Statistik zum Jahr 2024 zeigt, wo die Kosten am meisten stiegen. In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen mehr als verdreifacht. (Politik, 02.04.2026 - 09:53) weiterlesen...

Bericht zu Cannabis-Freigabe: Deutschland jetzt XL-Markt. Ein Bericht analysiert Entwicklungen im Gesundheitsschutz und beim Kampf gegen den Schwarzmarkt. Seit zwei Jahren ist Cannabis für Volljährige mit Beschränkungen legal. (Politik, 01.04.2026 - 12:34) weiterlesen...