Bundeswehr an Schulen, Jugendoffiziere

Bundeswehr an Schulen: 5.900 Veranstaltungen für 2026 erwartet

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Für 2026 erwartet das Verteidigungsministerium rund 5.900 Veranstaltungen mit etwa 206.000 Teilnehmern. Zugleich steht die Berliner Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr vor dem Aus.

Schultermine und Länderregelungen

  • Das Verteidigungsministerium erfasste 2026 bisher rund 4.000 Veranstaltungen mit Jugendoffizieren.
  • Die bislang registrierten Termine erreichten etwa 137.600 Teilnehmer.
  • Linke, Grüne und SPD wollen die Berliner Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr beenden.
Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundeswehr verzeichnet mehr Schulveranstaltungen

Die Zahl der Besuche von Jugendoffizieren im Unterricht an Schulen steigt deutlich. Das Bundesverteidigungsministerium rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit rund 5.900 Veranstaltungen und etwa 206.000 Teilnehmern.

Prognose über Vorjahresniveau

Auf Grundlage der derzeitigen Anfragen erwartet das Ministerium bei den Veranstaltungen einen höheren Wert als in den beiden Vorjahren. Bei den Teilnehmern sei ein noch deutlicheres Wachstum zu erwarten, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit.

In den vergangenen zwei Jahren gab es jeweils rund 5.600 Veranstaltungen mit jeweils etwa 164.000 Teilnehmern. Für das laufende Jahr sind bereits rund 4.000 Veranstaltungen mit rund 137.600 Teilnehmenden erfasst.

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Kooperationsvereinbarungen der Länder

Der Besuch von Jugendoffizieren in Schulen ist in den Bundesländern durch sogenannte Kooperationsvereinbarungen geregelt. Das Verteidigungsministerium erklärte, aus einer solchen Vereinbarung gehe keine Verpflichtung der Lehrkräfte hervor, Jugendoffiziere als Referenten einzuladen.

Ein Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD in Berlin sieht vor, die dortige Kooperationsvereinbarung zu beenden. Damit steht die politische Rahmensetzung für Bundeswehrbesuche an Schulen in der Hauptstadt zur Debatte.

Bundesweite Entwicklung

Die Zahl der Schulbesuche der Bundeswehr war bereits in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die aktuellen Anfragen deuten nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass sich dieser Trend 2026 fortsetzt.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Arbeit von Jugendoffizieren statt. Im Mittelpunkt stehen dabei Informationen zur Außen- und Sicherheitspolitik.

Der Anstieg der Schulveranstaltungen fällt in eine Phase, in der Fragen der Verteidigungsfähigkeit, des Wehrdienstes und der sicherheitspolitischen Bildung stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Jugendoffiziere informieren im Unterricht vor allem über Außen- und Sicherheitspolitik. Die Veranstaltungen sind damit Teil der politischen Bildungsarbeit der Bundeswehr, unterscheiden sich aber vom Einsatz von Karriereberatern, die über berufliche Wege in den Streitkräften informieren.

Die für 2026 erwarteten rund 5.900 Veranstaltungen würden die Zahl der vergangenen beiden Jahre um etwa 300 Termine übertreffen. Bei den Teilnehmern wäre der Zuwachs deutlich größer: Rund 206.000 Menschen stünden etwa 164.000 pro Jahr zuvor gegenüber. Bereits die bislang erfassten 137.600 Teilnehmer zeigen, dass die Jahresprognose nicht allein auf einer kleinen Zahl zusätzlicher Termine beruht.

Bundesweite Debatte über Schulen

Die Länder regeln den Zugang der Jugendoffiziere unterschiedlich. In Berlin sieht das Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD vor, die Kooperationsvereinbarung der Bildungsverwaltung mit der Bundeswehr zu beenden. Der Berliner Vorstoß betrifft damit den institutionellen Rahmen, nicht automatisch jedes einzelne Gespräch an einer Schule. In Bayern verfolgt die Politik dagegen einen deutlich bundeswehrfreundlicheren Kurs und hat die Zusammenarbeit gesetzlich verankert.

Für Schulen bleibt die Frage entscheidend, wie sicherheitspolitische Themen ausgewogen vermittelt werden. Das Verteidigungsministerium betont, dass aus der Vereinbarung keine Pflicht für Lehrkräfte folgt, Jugendoffiziere einzuladen. Die Debatte dürfte deshalb weniger um eine automatische Teilnahme als um die politische Bewertung und praktische Organisation solcher Angebote gehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Berlin will Kooperation mit Bundeswehr einschränken – Bayern macht Zusammenarbeit zum Gesetz“ (19.10.2026)

Der Beitrag ordnet die steigenden Schulbesuche in den politischen Gegensatz zwischen Berlin und Bayern ein. Im Mittelpunkt stehen die Kritik von Verteidigungsminister Boris Pistorius an den Berliner Plänen und der in Bayern gesetzlich festgeschriebene Zugang der Bundeswehr zu Schulen.

rbb24: „Sondierungspapier: Das planen Linke, Grüne und SPD für Berlin“ (18.10.2026)

Der rbb24-Beitrag bestätigt den geplanten Verzicht auf eine Kooperationsvereinbarung der Berliner Bildungsverwaltung mit der Bundeswehr. Anders als die Frankfurter Rundschau behandelt er die Maßnahme als einen Punkt unter mehreren Vorhaben des Sondierungspapiers.

Gemeinsam ist beiden Beiträgen der Befund, dass die Länder unterschiedliche politische Leitlinien für Bundeswehrkontakte an Schulen verfolgen. Offen bleibt, wie Berlin die geplante Beendigung der Vereinbarung konkret umsetzt und welche Folgen sie für einzelne Schulen hat.

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