Eine Boje im Meer

Gasim: Vermehrt Abfahrten aus Libyen bei in der NĂ€he befindlichen NGO-Schiffen

Veröffentlicht am: 08.07.2020 um 12:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Das Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrum Illegale Migration (Gasim) berichtet ĂŒber ZusammenhĂ€nge privater Seenotrettung bei Überfahrten aus Libyen.

Eine Boje im Meer (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Eine Boje im Meer (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Befindet sich ein NGO-Schiff in der NĂ€he, waren deutlich mehr Abfahrten aus Libyen erkennbar. Diese Erkenntnis wurde durch FlĂŒchtlinge und Migranten den Behörden mitgeteilt. Dabei nutzen die Schleuser die Tracking-Funktion unterschiedlicher Internetseiten und Apps und lokalisierten auf diese Weise in der NĂ€he befindliche Schiffe. Im Einzelfall „nahmen (die Schleuser) mittels Satellitentelefon (
) Kontakt zu diesen auf“, berichtet die „Welt“ in der Mittwochsausgabe.
Nach diesem Bericht sei „in den kommenden Sommermonaten erfahrungsgemĂ€ĂŸ mit einem Anstieg der Abfahrten zu rechnen“. Allerdings ist das zu erwartende Ausmaß von der IntensitĂ€t der Kampfhandlungen in Libyen und den Auswirkungen der Coronaepidemie abhĂ€ngig. Aber auch die IntensitĂ€t der Maßnahmen staatlicher und privater Seenotrettung, sowie die KapazitĂ€ten der Schleuser vor Ort wirken sich auf die Überfahrten aus. Nach dem Bericht war die Zahl der in Italien und Malta identifizierten illegalen Einreisen aus Libyen im Januar und Februar 2019 stark gestiegen. Dabei fiel auf, dass mehr als zwei Drittel der geretteten Menschen dabei von NGO-Schiffen in die beiden LĂ€nder gebracht wurden. Die Zahl derjenigen, die laut Bericht eine erfolgreiche Überfahrt ohne Anwesenheit eines NGO-Schiffes erreichten, lag Ende April/Anfang Mai bei ca. 800 Migranten. Diese landeten in erster Linie auf der italienischen Insel Lampedusa oder wurden in maltesischen HoheitsgewĂ€ssern durch Ausflugs- und Handelsschiffe aufgenommen. Im Gasim werden Informationen zur illegalen Migration zusammengetragen. Dabei unterstĂŒtzen die Polizeibehörden, Geheimdienste und das AuswĂ€rtige Amt. Der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) versuchte am Dienstag seine EU-Kollegen zur Aufnahme weiterer Migranten zu bewegen. Allerdings zeigte sich das Vorhaben als besonders schwierig, denn im Anschluss konnten keine weiteren Zusagen verkĂŒndet werden. TatsĂ€chlich ist die Zahl derjenigen, die aktuell ĂŒber das Mittelmeer versuchen in die EU einzureisen gegenĂŒber den Vorjahren vergleichsweise gering. So hat Deutschland nach Angabe des Bundesinnenministeriums gegenĂŒber der „Welt“ seit 2018 erst fĂŒr 1.206 Personen die Aufnahme zugesagt, Die tatsĂ€chliche Zahl der im Anschluss ĂŒberstellten Personen lag sogar noch deutlich unter dieser Zahl und bewegte sich bei 502 Menschen. Über die gesamte EU wurden bisher nur 1899 Migranten aus Italien und Malta durch die vereinbarte Sonderaufnahme verteilt. Dies berichtete die EU-Kommission der „Welt“.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A-1005145

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