Gaza-Krieg: Pro-palÀstinensische Sympathien in Deutschland steigen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 08:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEine internationale Umfrage zeigt eine Verschiebung der öffentlichen Meinung zum Gaza-Krieg in Deutschland und anderen europĂ€ischen Staaten. Die Befragten in Deutschland, Frankreich, GroĂbritannien und Polen erklĂ€rten deutlich seltener als vor zwei Jahren, durch den Konflikt pro-israelischer geworden zu sein.
Mehr pro-palÀstinensische EinschÀtzungen
In Deutschland stieg der Anteil derjenigen, die sich durch den Krieg pro-palÀstinensischer sehen, von 14 Prozent im Jahr 2024 auf 19 Prozent. In Polen fiel die VerÀnderung noch deutlicher aus: Dort nahm der Anteil von 14 auf 30 Prozent zu.
In allen vier LÀndern bildete die Gruppe derjenigen, deren Meinung sich durch den Krieg nicht verÀndert habe, die relative Mehrheit. In Deutschland lag ihr Anteil bei 46 Prozent. Nur vier bis zehn Prozent der Befragten gaben je nach Land an, pro-israelischer geworden zu sein.
Zustimmung zur âStaatsrĂ€sonâ sinkt
Auch in Deutschland verĂ€nderte sich die Haltung zur Sicherheit Israels als deutscher âStaatsrĂ€sonâ. WĂ€hrend vor zwei Jahren noch 45 Prozent dieses Prinzip befĂŒrworteten, waren es in der aktuellen Untersuchung 37 Prozent.
Eine ausdrĂŒckliche Ablehnung Ă€uĂerten 22 Prozent. Die gröĂte Gruppe bildeten mit 42 Prozent jedoch die Unentschiedenen. Die Umfrage wurde vom DAAD-Zentrum fĂŒr Deutschlandstudien an der HebrĂ€ischen UniversitĂ€t Jerusalem durchgefĂŒhrt.
Die Umfragewerte deuten auf eine Verschiebung in der europĂ€ischen Wahrnehmung des Gaza-Krieges hin. In Deutschland nahm der Anteil derjenigen, die sich durch den Konflikt pro-palĂ€stinensischer sehen, binnen zwei Jahren von 14 auf 19 Prozent zu. Zugleich sank die Zustimmung zur Einordnung der Sicherheit Israels als deutscher âStaatsrĂ€sonâ von 45 auf 37 Prozent.
Die Zahlen zeigen jedoch keine einheitliche Mehrheitsposition gegen Israel. In Deutschland gab eine relative Mehrheit von 46 Prozent an, dass der Krieg ihre Haltung nicht verĂ€ndert habe. Auch die ausdrĂŒckliche Ablehnung der âStaatsrĂ€sonâ bleibt mit 22 Prozent eine Minderheitenposition; gröĂer ist die Gruppe der Unentschiedenen, die 42 Prozent erreicht.
EuropÀische Unterschiede
Besonders deutlich fĂ€llt die VerĂ€nderung in Polen aus: Dort stieg der Anteil der Befragten mit pro-palĂ€stinensischer Entwicklung von 14 auf 30 Prozent. In Deutschland, Frankreich, GroĂbritannien und Polen sagten dagegen nur vier bis zehn Prozent, sie seien durch den Konflikt pro-israelischer geworden. Damit bildet die Umfrage nicht nur eine verĂ€nderte Sympathieverteilung ab, sondern auch eine wachsende ZurĂŒckhaltung gegenĂŒber einer eindeutigen auĂenpolitischen Festlegung.
FĂŒr die deutsche Debatte ist vor allem die Kombination aus sinkender Zustimmung zur âStaatsrĂ€sonâ und wachsender Unentschiedenheit relevant. Sie kann politischen EntscheidungstrĂ€gern signalisieren, dass die UnterstĂŒtzung fĂŒr die besondere Verantwortung Deutschlands gegenĂŒber Israel stĂ€rker erklĂ€rt und zugleich mit der Bewertung des Krieges und der humanitĂ€ren Lage im Gazastreifen verbunden wird.
