SparplĂ€ne fĂŒr lĂ€ndlichen Raum stoĂen auf heftigen Protest
04.08.2023 - 14:57:49Die vom Bundeskabinett geplanten KĂŒrzungen bei Fördermitteln fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum stoĂen auf jede Menge Kritik und Ablehnung.
In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) lehnen sieben BundeslĂ€nder die angedachten finanziellen KĂŒrzungen bei den sogenannten GAK-Fördermitteln (Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und KĂŒstenschutz) ab. Auch von kommunaler Seite und anderen Parteipolitikern hagelte es Kritik an den PlĂ€nen.
«Die LĂ€nder sehen mit den geplanten KĂŒrzungen seitens des Bundes die verfassungsrechtlichen Grundfesten der GAK erschĂŒttert», heiĂt es in einem Schreiben der Agrarminister von Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne). Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur in MĂŒnchen vor.
ParteiĂŒbergreifend kommt auch massive Kritik an den KĂŒrzungsplĂ€nen von kommunaler Seite. In Bayern appellierten alle 71 LandrĂ€te an die Ampel-Koalition, die SchwĂ€chungen des lĂ€ndlichen Raums zu verhindern. Zahlreiche Projekte in den Landkreisen könnten sonst nicht fortgefĂŒhrt werden. «Vom Ziel der gleichwertigen LebensverhĂ€ltnisse in allen Teilen der Bundesrepublik entfernt sich der Bund immer mehr», teilte Thomas Habermann (CSU), VizeprĂ€sident des Bayerischen Landkreistags, in MĂŒnchen mit.
Warnung vor «erheblichen EinbrĂŒchen»
«Die KĂŒrzungsvorschlĂ€ge des Bundeskabinetts sind fĂŒr die LĂ€nder nicht hinnehmbar und könnten das Vertrauen in die VerlĂ€sslichkeit der Politik massiv beschĂ€digen, heiĂt es weiter in dem Schreiben der Agrarminister. Die sieben LĂ€nder fordern Ăzdemir auf, die KĂŒrzungen bei den weiteren Beratungen im Bundestag zu verhindern. Ansonsten drohten «erhebliche EinbrĂŒche» im Bereich der lĂ€ndlichen Entwicklung, mehrjĂ€hrige Vorhaben mĂŒsse ein Bewilligungsstopp erteilt werden.
«Die Bundesregierung widerspricht ihrem eigenen Koalitionsvertrag», sagte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU). Doch statt mehr Geld fĂŒr die lĂ€ndlichen RĂ€ume oder den Ăkolandbau plane sie nun massive KĂŒrzungen der Bundesmittel. Ăzdemir hĂ€tte besser seine «unausgegorenen und fĂŒr die Praxis fragwĂŒrdigen Bundesprogramme aufgegeben und die LĂ€nder weiterhin bei deren MaĂnahmen fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzen mĂŒssen». So lasse er die LĂ€nder, die lĂ€ndlichen RĂ€ume und den Ăkolandbau im Stich.


