Gemeinsame Medienmitteilung: Basishygiene und Infektionsschutz mĂŒssen in der hĂ€uslichen Pflege auch kĂŒnftig abgesichert sein
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:59 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedĂŒrftig, der ĂŒberwiegende Teil wird zu Hause versorgt. Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie unter anderem Einmalhandschuhe, SchutzschĂŒrzen oder Desinfektionsmittel ermöglichen dabei grundlegende Hygienestandards und helfen, Infektionen wirksam zu vermeiden. Die hĂ€usliche Pflege ist damit eine tragende SĂ€ule des deutschen Gesundheits- und Pflegesystems.
Nach dem Referentenentwurf soll der bisherige eigenstĂ€ndige Sachleistungsanspruch fĂŒr zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel entfallen: FĂŒr PflegebedĂŒrftige mit Pflegegrad 1 wĂŒrde der bisherige Zugang wegfallen; fĂŒr Pflegegrade 2 bis 5 sollen die Mittel in allgemeine Budgets integriert werden. Aus Sicht der VerbĂ€nde droht damit, dass notwendige Hygieneprodukte mit anderen UnterstĂŒtzungs- und Haushaltsleistungen um begrenzte Mittel konkurrieren.
Eine SchwĂ€chung der InfektionsprĂ€vention erhöht das Risiko vermeidbarer Wundinfektionen, Harnwegsinfektionen, Pneumonien und schwerer KrankheitsverlĂ€ufe. Die Folgen sind zusĂ€tzliche Arztbesuche, Krankenhausaufnahmen, höhere Kosten fĂŒr die Gesetzliche Krankenversicherung sowie eine wachsende Belastung fĂŒr pflegende Angehörige und professionelle PflegekrĂ€fte. Zudem kann ein steigender Antibiotikaeinsatz auf Grund eines erhöhten Infektionsrisikos die Entwicklung antimikrobieller Resistenzen fördern.
Gerade weil medizinische Versorgung zunehmend in den ambulanten und hĂ€uslichen Bereich verlagert wird, gewinnt ein verlĂ€sslicher Infektionsschutz zu Hause weiter an Bedeutung. PrĂ€vention vermeidet nicht nur Leid und gesundheitliche Risiken, sondern verhindert auch erhebliche Folgekosten fĂŒr das Gesundheitssystem.
Die VerbÀnde fordern daher:
Basishygiene ist kein frei verfĂŒgbarer Konsumposten, sondern eine zentrale Voraussetzung fĂŒr sichere hĂ€usliche Pflege. Jeder verhinderte Infektionsfall bedeutet weniger Belastung fĂŒr Betroffene und Angehörige, weniger AusfĂ€lle in der Pflege und geringere Kosten fĂŒr die Gesundheits- und Pflegeversorgung.
Der Appell von BPI, BVMed, DAV, IHO und VVHC: "EntbĂŒrokratisierung und effizientere Strukturen in der Pflege sind notwendig. Sie dĂŒrfen jedoch nicht zulasten grundlegender SchutzmaĂnahmen erfolgen. Der bestehende Sachleistungsanspruch gewĂ€hrleistet einen einfachen, niedrigschwelligen und zielgerichteten Zugang zu den erforderlichen Pflegehilfsmitteln. Eine VerĂ€nderung in der geplanten Form, birgt das Risiko, dass vermeintliche Einsparungen in das Gegenteil umschlagen."
Das gemeinsame Positionspapier finden Sie hier.
Medienkontakte der beteiligten VerbÀnde:
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI)
Hermann Hofmann | presse@bpi.de
Bundesverband Medizintechnologie e. V. (BVMed)
Manfred Beeres | beeres@bvmed.de
Deutscher Apothekerverband e. V. (DAV)
Benjamin Rohrer | b.rohrer@abda.de
Industrieverband Hygiene & OberflÀchenschutz (IHO)
Claudia Rinck | Rinck@iho.de
Verband VersorgungsqualitÀt Homecare e. V. (VVHC)
Norbert Bertram | N.Bertram@vvhc.info
Pressekontakt:
Hermann Hofmann, Tel. 0176 127909-36, presse@bpi.de
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