Asylprozesse, Gerichtsverfahren

Asylprozesse dauern durchschnittlich ĂŒber 18 Monate

14.09.2024 - 07:00:00

Gerichtsverfahren wegen abgelehnter AsylantrÀge ziehen sich in Deutschland immer weiter in die LÀnge.

Entsprechende Prozesse dauerten in den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres 2024 im Durchschnitt 18,7 Monate, geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, ĂŒber die die "Welt am Sonntag" berichtet. Im November hatte eine Befragung des Deutschen Richterbundes unter Verwaltungsgerichten und beim Bundesamtes fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) eine Verfahrensdauer von durchschnittlich 17 Monaten ergeben. Ende 2023 hatte sich die MinisterprĂ€sidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf das Ziel geeinigt, "das Asyl- und das anschließende Gerichtsverfahren jeweils in drei Monaten abzuschließen". Der Richterbund teilte der "Welt am Sonntag" mit, zwecks Zielerreichung "brĂ€uchte es bundesweit etwa 500 zusĂ€tzliche" Verwaltungsrichter: "Auch eine weitere Konzentration von Asylsachen bei zentral zustĂ€ndigen Gerichten könnte Verfahren beschleunigen." Der Verband forderte eine "Personaloffensive fĂŒr die Verwaltungsgerichte": "Geschieht hier nichts, droht die Justiz bei der Migrationssteuerung und KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung zum Flaschenhals zu werden." Aus der Antwort der Bundesregierung geht auch hervor, dass die Anzahl der AbschiebehaftplĂ€tze trotz angekĂŒndigter Abschiebeoffensive wieder gesunken ist - seit MĂ€rz von 800 auf 790. AfD-Innenpolitiker Gottfried Curio kritisierte den RĂŒckgang als "völlig unverstĂ€ndlich". Eine Reihe von BundeslĂ€ndern verfĂŒgt generell oder aktuell ĂŒber gar keine entsprechenden HaftplĂ€tze.

In Berlin gibt es theoretisch zehn AbschiebehaftplĂ€tze fĂŒr GefĂ€hrder - zurzeit sind sie aber nicht nutzbar. "Die Einrichtung ist derzeit geschlossen und wird bei gleichbleibender Zahl der PlĂ€tze saniert", erklĂ€rt die Senatsverwaltung fĂŒr Inneres. Bayern will die bestehenden 262 HaftplĂ€tze um "weitere 100 HaftplĂ€tze fĂŒr Abschiebungsgefangene sowie 100 HaftplĂ€tze, die abhĂ€ngig vom Bedarf variabel fĂŒr den Vollzug von Abschiebungshaft oder von Straf- und Untersuchungshaft genutzt werden können" aufstocken, wie ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums sagte. In NRW ist ebenfalls die Schaffung weiterer HaftplĂ€tze in einer zweiten Abschiebehaftanstalt geplant. "Wir halten in Hessen ausreichend AbschiebehaftplĂ€tze vor und schieben konsequent ab, die Zahlen steigen", sagte MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) zu den 80 PlĂ€tzen im Land. "Wir wĂŒrden gerne noch mehr abschieben, brauchen dafĂŒr aber die RĂŒckfĂŒhrungsabkommen."

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