Bundesagentur fĂƒÂƒĂ‚ÂŒr Arbeit

GrĂŒne bemĂ€ngeln die geplanten Hartz-IV-SĂ€tze

19.08.2020 - 08:14:52 | ad-hoc-news.de

An diesem Mittwoch soll die Bundesregierung die neuen Hartz-IV-SĂ€tze beschließen. Scharfe Kritik an den PlĂ€nen des Kabinetts kommt aus den Reihen der GrĂŒnen.

Bundesagentur fĂƒÂŒr Arbeit - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Sven Lehmann, der sozialpolitische Sprecher der Fraktion von BĂŒndnis 90 / Die GrĂŒnen im Deutschen Bundestag, erklĂ€rte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" fĂŒr die am Mittwoch erscheinenden Ausgaben der Zeitungen des Verbandes, der Gesetzentwurf sei ein "Schlag ins Gesicht fĂŒr Millionen Menschen in Deutschland". Der Politiker kritisierte, der geplante Regelsatz von 439 Euro fĂŒr VolljĂ€hrige sei nicht existenzsichernd.

Nach den PlĂ€nen der Bundesregierung sollen alleinstehende Erwachsene ab dem nĂ€chsten Jahr einen Hartz-IV-Satz von 439 Euro pro Monat erhalten, das sind sieben Euro mehr als im Moment. Ehegatten und Partner sollen kĂŒnftig 395 Euro bekommen, also sechs Euro mehr als bisher. FĂŒr Kinder bis zu einem Alter von fĂŒnf Jahren ist ein Satz von 279 Euro (29 Euro mehr) vorgesehen. FĂŒr Kinder zwischen sechs und 13 Jahren soll der Regelbedarf unverĂ€ndert bei 308 Euro liegen. FĂŒr Kinder von 14 bis 17 Jahren soll der Satz um 39 Euro auf zukĂŒnftig 367 Euro angehoben werden. Der Regelbedarf wurde von der Bundesregierung auf der Basis einer Einkommens- und Verbrauchsstichprobe festgestellt, die alle fĂŒnf Jahre vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden vorgenommen wird.

Lehmann beklagte die Höhe der zukĂŒnftig geltenden SĂ€tze. "Menschen in Hartz IV oder in der Grundsicherung im Alter" seien "abgekoppelt vom Rest der Gesellschaft", stellte er fest. Hierdurch werde sich die soziale Spaltung der Gesellschaft noch weiter vertiefen. Die GrĂŒnen lehnen auch das Verfahren zur Feststellung der RegelsĂ€tze ab. Die Regierung ignoriere "die vehementen Forderungen von Gewerkschaften, Sozial- und FamilienverbĂ€nden und Wissenschaft" nach einer Korrektur bei der Ermittlung der RegelsĂ€tze, kritisierte Lehmann. "Mit Scheuklappen vor den Augen" wiederhole das Arbeitsministerium unter Minister Hubertus Heil (SPD) unbeirrt die "Taschenspielertricks frĂŒherer Regelbedarfsermittlungen". Es werde weiterhin bei den Ärmsten der Armen gespart, und die Regierung nehme dabei hin, "dass das soziokulturelle Existenzminimum von sieben Millionen Menschen" nicht abgedeckt werde. Das Bundesverfassungsgericht habe vom Gesetzgeber verlangt, er mĂŒsse sich bei der Ermittlung des Regelbedarfs am tatsĂ€chlichen Entwicklungsstand der Gesellschaft orientieren. Davon sei man aber immer noch weit entfernt. Als Beispiele nannte Lehmann "lebensferne BetrĂ€ge" im Regelsatz wie etwa rund 1,60 Euro pro Monat fĂŒr Bildungsausgaben oder fĂŒnf Euro am Tag fĂŒr den Kauf von Lebensmitteln.

FĂŒr die zukĂŒnftige Ermittlung des Regelbedarfs haben die GrĂŒnen ihr eigenes Konzept vorgelegt. Dieses sieht vor, dass bei der Berechnung die untersten 15 Prozent der Einkommen als sogenannter "Referenzeinkommensbereich" zugrunde gelegt werden. NachtrĂ€gliche Streichungen sollen hierbei nicht berĂŒcksichtigt werden, und die Berechnung soll um verdeckt Arme bereinigt werden. "Es muss Schluss sein mit den Taschenspielertricks", forderte Lehmann gegenĂŒber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". GrundsĂ€tzlich verlangen die GrĂŒnen eine allmĂ€hliche Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes fĂŒr Erwachsene auf 603 Euro im Monat. Sie planen, ihr neues Konzept auch in den Bundestag einzubringen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, RSM

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