Berlin-Wahl, Politbarometer

Politbarometer sieht Linke in Berlin vor CDU und SPD bleibt schwach

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 10:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Gut eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl verschiebt das ZDF-Politbarometer die Kräfteverhältnisse in Berlin. Die Linke liegt knapp vor der CDU, während mehrere Koalitionsmodelle rechnerisch möglich bleiben.

Politbarometer: Linke in Berlin vorn - CDU knapp dahinter
Wahlplakate für die Abgeordnetenhauswahl 2026 mit Elif Eralp und Stefan Evers (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Gut eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin deutet sich laut dem ZDF-Politbarometer ein Zweikampf zwischen der Linken und der CDU an. Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, kämen die Linken auf 23 Prozent, die CDU läge bei 21 Prozent und die SPD auf 10 Prozent.

Grüne und AfD im Mittelfeld

Die Grünen würden 16 Prozent erreichen, die AfD 17 Prozent und das BSW 3 Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen 10 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde.

Koalitionen ohne klare Mehrheit für CDU und SPD

Damit hätte der amtierende Senat aus CDU und SPD keine Mehrheit. Von den am ehesten realistischen Koalitionen hätten sowohl ein Senat aus Linken, Grünen und SPD als auch einer aus CDU, Grünen und SPD eine Mehrheit.

Viele Wähler sind noch unentschlossen

Die Projektionswerte geben demnach lediglich das Stimmungsbild zum jetzigen Zeitpunkt wieder und sind keine Prognose für den Wahlausgang. Die Demoskopen verweisen zudem auf statistische Fehlerbereiche, mögliche Mobilisierungseffekte bis zum Wahlsonntag und darauf, dass 28 Prozent der Befragten noch nicht sicher wissen, wen oder ob sie wählen wollen.

Vergleich mit der Wahl 2023

Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2023 kam die CDU auf 28,2 Prozent, die SPD auf 18,4 Prozent, die Grünen auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 13,7 Prozent.

Spitzenkandidaten spielen nur eine begrenzte Rolle

Den Spitzenkandidaten der CDU, Stefan Evers, wünschen sich 25 Prozent, 9 Prozent präferieren Werner Graf von den Grünen und 23 Prozent sind für Elif Eralp von den Linken. 18 Prozent wollen keinen von den dreien, und 25 Prozent kennen sie nicht genug, um ein Urteil abzugeben oder sagen, sie wüssten es nicht.

Koalitionspräferenzen bleiben gespalten

Bei der Frage nach einer bevorzugten Regierung bekommt ein Bündnis aus Linke, SPD und Grünen mit 37 Prozent noch die meiste Zustimmung. Ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen finden 22 Prozent gut, während 64 Prozent es ablehnen.

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl ist in dieser Phase vor allem ein Stimmungsbild-Wahlkampf: Das aktuelle Politbarometer zeigt kein stabiles Lager, sondern einen engen Wettbewerb zwischen Linken und CDU sowie mehrere rechnerisch mögliche Mehrheiten. Zugleich bleibt ein hoher Anteil Unentschlossener ein wichtiger Faktor, der die Lage bis zum Wahlsonntag noch deutlich verschieben kann.

Für die CDU ist der Abstand zur Spitzenposition im Vergleich zur Wahl 2023 besonders relevant, weil die Partei damals klar vorn lag und nun in der Umfrage hinter der Linken zurückfällt. Für SPD und Grüne verschärft sich der Druck, weil beide nur im Verbund mit weiteren Partnern eine Mehrheit erreichen würden und die bisherige Koalition aus CDU und SPD laut Zahlen keine Mehrheit hätte.

Unentschlossene können das Bild noch kippen

Die 28 Prozent, die noch nicht sicher wissen, ob und wen sie wählen, sind in einem Berliner Wahlkampf mit knappen Abständen politisch entscheidend. Solche Werte sprechen dafür, dass die letzten Kampagnentage, persönliche Mobilisierung und die Wahrnehmung der Spitzenkandidaten überproportional wichtig werden können.

Koalitionen bleiben rechnerisch offen

Die Umfrage deutet zugleich darauf hin, dass die Wahl nicht nur über den Sieger, sondern auch über die spätere Regierungsbildung entschieden wird. Besonders die Frage, ob ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD oder eine Konstellation aus CDU, Grünen und SPD mehr Zustimmung und politische Tragfähigkeit entwickelt, dürfte den Wahlkampf prägen.

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