Bundeswehr, Sabotageverdacht

Bundeswehr gibt nach Sabotageverdacht Entwarnung

16.08.2024 - 17:32:06 | dpa.de

Haben Unbekannte das Trinkwasser der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn verseucht? Der Verdacht stand im Raum. Er wurde jetzt ausgerÀumt.

Die Bundeswehr gibt Entwarnung nach dem Sabotageverdacht in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn. (Archivbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa
Die Bundeswehr gibt Entwarnung nach dem Sabotageverdacht in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn. (Archivbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa

Der Verdacht auf Sabotage an der Trinkwasserversorgung der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn ist ausgerĂ€umt. Untersuchungen des Trinkwassers ergaben keine AuffĂ€lligkeiten, wie das Territoriale FĂŒhrungskommando der Bundeswehr in Berlin mitteilte. «Es konnten keinerlei Überschreitungen von Grenzwerten der deutschen Trinkwasserverordnung festgestellt werden. Das Wasser kann wieder genutzt werden.» Auch bei einem Ă€hnlichen Verdacht im nordrhein-westfĂ€lischen Mechernich gibt es inzwischen weitgehend Entwarnung.

Kaserne in Köln-Wahn vorĂŒbergehend gesperrt worden

Nach Angaben der Bundeswehr hatte am frĂŒhen Mittwochmorgen zunĂ€chst ein technischer Alarm an einer Trinkwasseranlage in der Kaserne in Köln-Wahn angeschlagen. Das herbeigerufene Personal habe am PumpenhĂ€uschen eine Person wahrgenommen, die sich außerhalb des Zaunes schnell entfernt habe. Am Zaun sei eine BeschĂ€digung festgestellt worden. 

In direkter NĂ€he der Stelle befinde sich die kaserneneigene Trinkwasseranlage. Eine Manipulation dieser Anlage sei nicht auszuschließen gewesen. Vorsorglich habe man daher die Wasseraufbereitungsanlage der Kaserne deaktiviert und Proben entnommen. Die Schnelltests hĂ€tten von der Norm abweichende Werte im Wasser bestĂ€tigt, ohne jedoch RĂŒckschlĂŒsse auf QualitĂ€t und QuantitĂ€t der Verunreinigungen zuzulassen. 

Die Bundeswehr sperrte die Kaserne vorĂŒbergehend. WĂ€hrend die Versorgung mit frischem Wasser unterbrochen war, wurden die Soldatinnen und Soldaten mit Wasserkanistern versorgt. Ermittelt wurde nach Polizeiangaben zunĂ€chst wegen Hausfriedensbruchs gegen Unbekannt. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet worden, hieß es.

Wasser in Mechernich nicht biologisch oder chemisch belastet

Auch in Mechernich im Kreis Euskirchen war festgestellt worden, dass ein Zaun auf dem GelÀnde des Trinkwasser-HochbehÀlters durchgeschnitten worden war. Untersuchungen einer Feuerwehr-Spezialeinheit hÀtten aber ergeben, dass das Wasser nicht biologisch oder chemisch belastet sei, sagte ein Stadtsprecher. 

Die BĂŒrger dĂŒrften es wieder zum Duschen und Waschen nutzen. Vor dem Trinken sollte das Wasser vorerst vorsorglich noch abgekocht werden, sagte er. Es werde weiter auf bakterielle Verunreinigungen untersucht, was etwas dauere.

Das Gesundheitsamt Mechernich hatte zunĂ€chst davor gewarnt, das Trinkwasser zu nutzen. Es könne gesundheitsgefĂ€hrdend verunreinigt sein, hieß es. Betroffen von der Warnung waren den Angaben zufolge 10.000 Menschen. Auch der Bundeswehr-Standort Mechernich bezieht sein Wasser aus dem HochbehĂ€lter. 

FrĂŒherer BND-Chef warnt vor Hysterie

Der frĂŒhere PrĂ€sident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, warnte vor Hysterie. Er verwies auf den Ukraine-Krieg und sagte, dass es sich bei solch einem Konflikt nicht nur um eine militĂ€rische Auseinandersetzung, sondern auch um einen Informationskrieg handele. «Das ist die Stunde fĂŒr Spionage und Sabotage. Klar ist, dass wir also erhöht wachsam sein mĂŒssen, aber wir sollten auch besonnen sein und keine Hysterie verbreiten», sagte er im Deutschlandfunk.

Der ehemalige BND-Chef wies darauf hin, dass sich kritische Infrastruktur nicht zu 100 Prozent ĂŒberwachen und schĂŒtzen lasse. Zugleich betonte er, dass Russland Sabotage als ein Modul der KriegsfĂŒhrung ansehe - «und wenn sich die militĂ€rische Situation verschĂ€rfen wĂŒrde, haben die keine Hemmung, auch Sabotageaktionen in Deutschland durchzufĂŒhren». Insofern sei Wachsamkeit geboten.

BeschÀdigungen an Bundeswehr-Kaserne in Garching

DarĂŒber hinaus wurden an der Christoph-Probst-Kaserne der Bundeswehr in Garching bei MĂŒnchen BeschĂ€digungen an einem Tor festgestellt. Die SchĂ€den an einem Seitentor seien bei einer ÜberprĂŒfung am Donnerstag aufgefallen, sagte ein Sprecher des Territorialen FĂŒhrungskommandos der Bundeswehr in Berlin. Zuvor hatte «Business Insider» berichtet.

Es gebe keine Hinweise, dass sich jemand Zugang etwa zu GebĂ€uden auf dem KasernengelĂ€nde verschafft habe, fĂŒgte der Sprecher hinzu. Auch gebe es derzeit keinen Zusammenhang mit der zunĂ€chst vermuteten Sabotage der Trinkwasserversorgung der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn. NĂ€here Angaben zu dem Vorfall machte der Sprecher zunĂ€chst nicht. Die Ermittlungen in Garching liefen.

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