Ampel-Politiker, Innenminister-Beschluss

Ampel-Politiker kritisieren Innenminister-Beschluss

08.05.2024 - 11:10:54 | dpa.de

HĂ€rtere Strafen bei Gewalt gegen Politiker? Das Ergebnis der Innenminister-Sonderkonferenz ĂŒberzeugt nicht alle. Das sei «wie von vorgestern» und «maximal SymptombekĂ€mpfung», kritisiert eine GrĂŒnen-Politikerin.

  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und die Innenministerkonferenz der LĂ€nder forderten bei einer Videokonferenz ein Ende von Gewalt und Hetze. - Foto: Georg Wendt/dpa
    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und die Innenministerkonferenz der LĂ€nder forderten bei einer Videokonferenz ein Ende von Gewalt und Hetze. - Foto: Georg Wendt/dpa
  • Ein beschĂ€digtes Wahlplakat hĂ€ngt am Platz der Demokratie in Weimar. Die Ergebnisse der Sonderkonferenz der Innenminister von Bund und LĂ€nder gefĂ€llt nicht allen (Symbolbild). - Foto: Martin Schutt/dpa
    Ein beschÀdigtes Wahlplakat hÀngt am Platz der Demokratie in Weimar. Die Ergebnisse der Sonderkonferenz der Innenminister von Bund und LÀnder gefÀllt nicht allen (Symbolbild). - Foto: Martin Schutt/dpa
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Der Ruf der Innenministerkonferenz nach einer StrafrechtsverschĂ€rfung zur Verhinderung von Gewalt gegen WahlkĂ€mpfer und Politiker stĂ¶ĂŸt bei einigen Abgeordneten auf Skepsis. «HĂ€rtere Strafen sind schnell gefordert - vor allem kurz nachdem öffentlichkeitswirksame Straftaten erfolgt sind», sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, der Deutschen Presse-Agentur.

Polizeibeamte vor Ort und eine gut ausgestattete, zĂŒgig arbeitende Justiz seien aber viel wirkungsvoller. «Strafrecht und Strafjustiz können nicht der Reparaturbetrieb fĂŒr eine allgemeine gesellschaftliche Verrohung sein», gab Kuhle zu bedenken.

Am Dienstag hatten sich die Innenminister in ihrer Sondersitzung fĂŒr einen besseren Schutz politisch engagierter Menschen ausgesprochen und auch dafĂŒr zu prĂŒfen, ob es höhere Strafen geben sollte, wenn sich Gewalt gegen Politiker richtet. Diskutiert wurde zudem ĂŒber einen Vorschlag aus Sachsen, die Bedrohung von Amts- und MandatstrĂ€gern an ihrem Wohnort - auch politisches Stalking genannt - unter Strafe zu stellen. Hintergrund der Beratungen waren die jĂŒngsten Übergriffe auf Politiker und ehrenamtliche Helfer im Wahlkampf zur Europawahl am 9. Juni.

Am Freitag vergangener Woche hatten vier junge Angreifer im Alter von 17 und 18 Jahren den sĂ€chsischen SPD-Spitzenkandidaten fĂŒr die Europawahl, Matthias Ecke, in Dresden zusammengeschlagen, als er Plakate aufhĂ€ngen wollte. Am Dienstag wurde die Berliner Wirtschaftssenatorin, Franziska Giffey (SPD) von einem Mann attackiert, der anschließend flĂŒchtete.

GrĂŒnen-Politikerin: Rezepte von vorgestern

Die Ergebnisse der Innenministerkonferenz wirkten «wie von vorgestern und sind maximal SymptombekĂ€mpfung», kritisierte die GrĂŒnen-Innenpolitikerin Misbah Khan. Die Bundestagsabgeordnete forderte: «Statt hĂ€rterer Strafen muss das Vollstreckungsdefizit bei Haftbefehlen endlich angegangen werden.» Auf Landesebene wĂ€ren Schwerpunktstaatsanwaltschaften zur BekĂ€mpfung von politisch motivierter KriminalitĂ€t eine Lösung, um die Verfolgung solcher Straftaten zu verbessern. Auch bei der Umsetzung der in den vergangenen Jahren beschlossenen gesetzlichen Regelungen zur EindĂ€mmung von Desinformation, Hass und Hetze im digitalen Raum mangele es an der Umsetzung bei den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz.

Khan forderte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, Gewalt gegen Politiker und Ehrenamtliche bei der nÀchsten MinisterprÀsidentenkonferenz ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen.

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