Steuern, Arbeitsmarkt

HandwerksprÀsident warnt vor Belastung von Gutverdienern bei Steuerreform

10.05.2026 - 02:54:52 | dts-nachrichtenagentur.de

HandwerksprÀsident Jörg Dittrich hat vor einer Belastung der Gutverdiener bei der geplanten Steuerreform gewarnt.

Bundesministerium der Finanzen (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bundesministerium der Finanzen (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Viele Unternehmen seien Personenunternehmen, bei denen die Einkommensteuer zugleich die Unternehmenssteuer sei, sagte Dittrich der "Bild am Sonntag".

Wenn dann gesagt werde, wer sechsstellig verdiene, könne mehr abgeben, treffe das direkt die LeistungstrĂ€ger. WĂ€hrend ĂŒber Entlastungen bei der Körperschaftsteuer gesprochen werde, stĂŒnden im Handwerk "drei Viertel der Betriebe" als Personenunternehmen außen vor. "Und die stehen im Regen und sollen mehr bezahlen. Wir machen es noch schlechter fĂŒr die."

Dittrich sprach sich dafĂŒr aus, die Steuerpolitik stĂ€rker an Leistungsanreizen auszurichten. Er höre hĂ€ufig den Vorwurf, nicht nur von SelbststĂ€ndigen, sondern auch von Vorarbeitern, LeistungstrĂ€gern und angestellten Facharbeitern: Wenn ich mehr arbeite, habe ich nichts davon. Eine Reform mĂŒsse daher das Signal setzen, dass sich Leistung wieder lohne. Es könne zwar sein, dass mehr Belastung notwendig sei fĂŒr jemanden, sagte Dittrich. "Aber bitte nicht fĂŒr die LeistungstrĂ€ger, die unternehmerisch in die Verantwortung gehen und von denen wir hoffen, dass sie investieren. Wie sollen sie das machen, wenn wir ihnen das Geld vorher wegnehmen?"

Mit Blick auf die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme mahnte Dittrich strukturelle Reformen an. Arbeit sei zu stark mit Steuern und Abgaben belastet. Dadurch wĂŒrden Leistungen zu teuer und unterblieben. "Und Leistungen, die nicht stattfinden, bringen auch keine Sozialabgaben. Das ist eine Todesspirale."

In der Arbeitszeitdebatte plĂ€dierte Dittrich fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t. FĂŒr Gewerkschaften sei der 8-Stunden-Tag ein zentraler Wert. Der Wunsch nach mehr FlexibilitĂ€t komme aber oft von den BeschĂ€ftigten selbst. Wenn Mitarbeiter zeitweise lĂ€nger arbeiten und dafĂŒr spĂ€ter mehr Freizeit wollten, "sollte man das ausprobieren dĂŒrfen". Zugleich mĂŒsse bei Missbrauch gegengesteuert werden. "Aber in einer stagnierenden Wirtschaft sollten wir neue Wege gehen und mehr FlexibilitĂ€t zulassen."

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