Hannover 96, Jonas Boldt

Hannover 96 trennt sich nach fünf Monaten von Boldt

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 10:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Hannover 96 zieht nach einem enttäuschenden Saisonstart die Konsequenz und trennt sich von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt. Der Verein muss die sportliche Führung damit erneut kurzfristig neu ordnen.

Hannovers Führungswechsel im Sportbereich

  • Der Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH berief Jonas Boldt mit sofortiger Wirkung ab.
  • Boldt hatte im Juni einen Vertrag bis Ende Mai 2029 unterschrieben.
  • Henning Bindzus führt die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA nun allein.
Nicht mehr Sport-Geschäftsführer von Hannover 96: Jonas Boldt (Archivbild). - Bild: David Inderlied/dpa

Hannover 96 trennt sich von Jonas Boldt

Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat sich nach fünf Monaten von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt getrennt. Der Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH beschloss die Abberufung einstimmig und mit sofortiger Wirkung.

Bindzus ist alleiniger Geschäftsführer

In einer kurzen Mitteilung erklärte der Club, Henning Bindzus sei damit alleiniger Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Boldt war im Juni nach fünf Jahren beim Hamburger SV nach Hannover gewechselt und hatte einen Vertrag bis Ende Mai 2029 unterschrieben.

Sportliche Bilanz erhöht den Druck

Hannover war mit dem Ziel in die Zusammenarbeit gestartet, die Rückkehr in die Bundesliga vorzubereiten. Nach neun Spieltagen steht der Aufstiegskandidat mit acht Punkten jedoch auf Platz 16 der Tabelle und schied im DFB-Pokal bereits in der zweiten Runde aus.

Trainerwechsel ohne Verbesserung

Bereits in der Sommervorbereitung hatte sich Boldt mit dem damaligen Trainer Christian Titz über Fragen der Kaderplanung, der Kadergröße und möglicher Transfers überworfen. Nach dem enttäuschenden Saisonstart trennte sich Hannover im September nach dem fünften Spieltag von Titz.

Unter seinem Nachfolger Sandro Wagner stabilisierte sich die Lage bislang nicht. Der von Boldt verpflichtete Trainer konnte die sportliche Entwicklung nicht entscheidend verbessern.

Kritik an der Transferpolitik

Zusätzlicher Druck entstand durch die Transferbilanz. Hannover verlor Noel Aseko an Eintracht Frankfurt, Enzo Leopold an Borussia Mönchengladbach und Daisuke Yokota an die Glasgow Rangers.

Als Ersatz kamen Marcel Hartel und Berat Sahiti. Beide überzeugten bislang weder sportlich noch mit Blick auf einen hohen Weiterverkaufswert. Der Streit zwischen Boldt und Titz blockierte im Sommer nach Darstellung der Meldung zudem mehrere Transferideen.

Erneuter Wechsel in kurzer Folge

Boldt ist nach Marcus Mann und Jörg Schmadtke bereits der dritte Sport-Geschäftsführer, der Hannover 96 in kurzer Zeit verlässt. Mann wechselte im Dezember 2025 zu Red Bull Salzburg, Schmadtke verabschiedete sich nach drei Monaten wegen Differenzen mit den Gesellschaftern.

Mit der sofortigen Abberufung muss Hannover nun erneut die sportliche Führung besetzen und zugleich versuchen, die Mannschaft aus der Tabellenregion am unteren Ende der 2. Bundesliga zu führen.

Die Trennung fällt in eine Phase sportlicher und organisatorischer Unruhe bei Hannover 96. Der Club hatte Marcus Mann im Dezember 2025 an Red Bull Salzburg verloren; auf ihn folgte Jörg Schmadtke, der nach nur drei Monaten wegen Differenzen mit den Gesellschaftern wieder ausschied. Mit Boldt endet nun auch die nächste prominent besetzte Lösung vorzeitig.

Sportlich verschärft die schwache Zwischenbilanz den Druck. Hannover wollte unter Boldt die Rückkehr in die Bundesliga vorbereiten, steht nach neun Spieltagen jedoch mit acht Punkten auf Rang 16 und schied bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals aus. Der frühe Trainerwechsel von Christian Titz zu Sandro Wagner brachte bislang keine Verbesserung.

Folgen für Hannover 96

Die kurzfristige Abberufung macht Henning Bindzus zum alleinigen Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Damit muss der Club parallel zur sportlichen Stabilisierung erneut die Führung im sportlichen Bereich ordnen.

Für die nächsten Monate rücken deshalb mehrere Aufgaben zusammen: Hannover muss die Mannschaft weiterentwickeln, die Transferplanung überprüfen und eine dauerhafte Zuständigkeit für den sportlichen Kurs schaffen. Die Abgänge von Noel Aseko, Enzo Leopold und Daisuke Yokota sowie die bislang wenig überzeugenden Ersatzverpflichtungen erhöhen dabei den Handlungsdruck. Für Fans und Mannschaft bedeutet der Wechsel vor allem, dass der Verein trotz eines Vertrags bis Mai 2029 erneut vor einem personellen Neustart steht.

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