Verfassungsschutz, Liste

Verfassungsschutz: Liste mit unliebsamen Wissenschaftlern?

18.06.2024 - 13:09:43 | dpa.de

Hat das Bildungsministerium dem Verfassungsschutz Namen von Dozenten ĂŒbermittelt, die in einem Brief die RĂ€umung eines propalĂ€stinensischen Protestcamps kritisierten? Das sagt der Geheimdienst.

Thomas Haldenwang ist PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz. Das Bundesamt dementierte, eine Liste mit unliebsamen Wissenschaftlern erhalten zu haben. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Thomas Haldenwang ist PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz. Das Bundesamt dementierte, eine Liste mit unliebsamen Wissenschaftlern erhalten zu haben. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Der Bundesverfassungsschutz hat nach eigenen Angaben keine Namensliste mit Wissenschaftlern vom Bundesbildungsministerium erhalten, die in einem offenen Brief die RÀumung eines propalÀstinensischen Protestcamps an einer Berliner UniversitÀt kritisiert hatten.

Das Bundesamt dementierte in Berlin auf Nachfrage, eine solche Liste erhalten zu haben. Nach dpa-Informationen werden Anfragen in der Datenbank des Inlandsgeheimdienstes generell protokolliert, so dass dies in einem solchen Fall auch im Nachhinein festgestellt werden könnte.

In der Regierungspressekonferenz am vergangenen Freitag war das Bildungsministerium bereits gefragt worden, ob im Ministerium eine Liste von Wissenschaftlern, die den offenen Brief unterstĂŒtzt hatten, angefertigt und an den Bundesverfassungsschutz gegeben wurde. Eine solche Liste gebe es nach ihrer Kenntnis nicht, hatte eine Ministeriumssprecherin geantwortet.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hatte den offenen Brief der Wissenschaftler kritisiert und den Schreibern vorgeworfen, darin einseitig den Terror der Hamas auszublenden. Nachdem spĂ€ter E-Mails aus ihrem Hause bekannt und scharf kritisiert worden waren, in denen eine KĂŒrzung von Fördergeldern fĂŒr die Urheber des Briefes erwogen wurde, hatte sich Stark-Watzinger allerdings von ihrer StaatssekretĂ€rin Sabine Döring getrennt. Diese habe den PrĂŒfauftrag veranlasst, sie selbst habe diesen nicht erteilt und auch nicht gewollt, erklĂ€rte die Ministerin.

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