Boris Rhein lehnt Bewerbung fĂŒr Steinmeier-Nachfolge ab
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) will sich nicht um die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier bewerben. âDie Frage stellt sich nichtâ, sagte Rhein der âBild am Sonntagâ zu entsprechenden Spekulationen.
Rhein weist Spekulationen zurĂŒck
Zu Vermutungen, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe ihm eine Kandidatur verwehrt, erklĂ€rte Rhein: âIch habe mit niemandem ĂŒber dieses Thema gesprochen.â Es sei nicht unschmeichelhaft, in diesem Zusammenhang genannt zu werden, sagte der MinisterprĂ€sident, fĂŒgte aber hinzu: âAber ich bin das, was ich sein will: nĂ€mlich hessischer MinisterprĂ€sident. Ich werde meine Hessen-CDU 2028 in einen Wahlkampf fĂŒhren.â
Auch zur Frage, ob ein Kanzlersturz in Berlin abgesagt sei, Ă€uĂerte sich Rhein zurĂŒckhaltend. âWir sind gut beraten, keine Personaldebatten zu fĂŒhren. Ich weiĂ gar nicht, wo das hinfĂŒhren sollâ, sagte er.
Keine Festlegung zu Merz
Ob Merz 2027 noch CDU-Bundesvorsitzender sein werde, lieĂ Rhein offen. âIch bin kein Zukunftsforscher. Ich weiĂ nicht, was die Zukunft bringt, aber ich wĂŒsste nicht, warum ein Wechsel fĂŒr uns eine bessere Situation bringen sollteâ, sagte der hessische Regierungschef.
Rhein fordert Entlastungen
Inhaltlich mĂŒsse es derzeit vor allem darum gehen, âdass wir die Lebenshaltungskosten in den Griff bekommenâ. Rhein wandte sich gegen eine Zuckersteuer, die er als âunsĂ€gliche Steuerâ bezeichnete und die aus seiner Sicht mittelstĂ€ndische GetrĂ€nkehersteller gefĂ€hrde.
Zudem forderte der CDU-Politiker ein Ende der CO2-Bepreisung. Sie mĂŒsse fallen, damit Tanken und Heizen preiswerter wĂŒrden, sagte Rhein.
Die Absage von Boris Rhein nimmt eine Personaloption aus den Spekulationen ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Der BundesprĂ€sident wird von der Bundesversammlung gewĂ€hlt; ihr gehören die Mitglieder des Bundestags und eine ebenso groĂe Zahl von Delegierten der LĂ€nder an. Die nĂ€chste regulĂ€re Wahl steht im zeitlichen Zusammenhang mit dem Ende von Steinmeiers Amtszeit.
Rheins ErklĂ€rung ist zugleich ein Signal fĂŒr die PrioritĂ€ten der hessischen CDU. Der MinisterprĂ€sident bindet seine politische Zukunft ausdrĂŒcklich an die Landespolitik und kĂŒndigt an, die Hessen-CDU 2028 in den Landtagswahlkampf zu fĂŒhren. Damit weist er Ăberlegungen zurĂŒck, die ihn aus dem Amt in Wiesbaden auf eine bundespolitische Funktion wechseln lassen könnten.
Rheins Positionen zur Bundespolitik
Inhaltlich stellt Rhein die Entlastung bei den Lebenshaltungskosten in den Mittelpunkt. Seine Ablehnung einer Zuckersteuer und der CO2-Bepreisung ordnet sich in den unionsinternen Streit ĂŒber zusĂ€tzliche Abgaben, Energiepreise und wirtschaftliche Belastungen ein. Besonders mittelstĂ€ndische GetrĂ€nkehersteller sowie Verbraucher bei Heizen und Tanken stehen dabei im Zentrum seiner Argumentation.
Auch zur Zukunft von Friedrich Merz als CDU-Vorsitzendem legt sich Rhein nicht fest. Seine Warnung vor Personaldebatten zeigt, dass die Union parallel zu Sachfragen mit innerparteilichen StabilitĂ€tsfragen befasst ist. FĂŒr die BundesprĂ€sidentenwahl bedeutet seine Absage, dass mögliche Kandidaturen weiterhin von den MehrheitsverhĂ€ltnissen in Bundestag und LĂ€ndern sowie von parteiĂŒbergreifenden VerstĂ€ndigungen abhĂ€ngen.
